Morgenwunder

So funktioniert es

Ein Newsletter ist schnell gebaut. Die Frage, an der er scheitert, ist eine andere: welcher Artikel kommt morgen? Deshalb hier offen, wie ausgewählt wird.

Nicht zufällig, sondern handgeprüft

Wikipedia hat einen Zufallsknopf, und er ist für diesen Zweck unbrauchbar. Über sieben Millionen Artikel bestehen zu einem großen Teil aus Ortsstubs, Käferarten und Drittliga-Spielerbiografien — ein lesenswerter Treffer käme etwa an jedem fünften Tag.

Wikipedia führt aber Listen von Artikeln, die von Autorinnen und Autoren gegenseitig geprüft und ausgezeichnet wurden: „Exzellent“ im Deutschen, „Featured“ im Englischen. Morgenwunder zieht ausschließlich daraus. Das sind rund 10.000 Artikel in beiden Sprachen — bei einem Artikel pro Tag über acht Jahre Vorrat, bei deutlich höherer Qualität.

Das Genre zuerst, dann der Artikel

Ausgezeichnete Artikel spiegeln, welche Wikipedia-Projekte am aktivsten sind, nicht die Form menschlichen Wissens. Im englischen Bestand sind Militärgeschichte, tropische Wirbelstürme, Videospiele und Alben massiv überrepräsentiert: „Musik, Film und Literatur“ macht 24 Prozent aus, „Krieg und Konflikt“ 17.

Würde gleichmäßig über alle Artikel gezogen, versänke man in Schlachtschiffen und Plattenkritiken. Deshalb wird zuerst eines deiner Themen gezogen und erst dann ein Artikel darin. Ein Thema mit 800 Artikeln konkurriert damit gleichberechtigt mit einem, das zwölf hat. Zusätzlich werden kürzlich gesehene Themen gedämpft, damit keine Serien entstehen.

Nie zweimal derselbe

Was du bekommen hast, bekommst du nicht wieder. Das ist keine Absicht im Programmcode, sondern eine Regel in der Datenbank — es gibt keinen Weg, sie versehentlich zu umgehen. Wenn deine gewählten Themen irgendwann erschöpft sind, schreiben wir dir das und ziehen bis dahin von außerhalb.

Schwere Themen bleiben draußen

Ein geprüfter Bestand ist kein harmloser Bestand. Ausgezeichnete Artikel behandeln Völkermorde, Hungersnöte, Serienmorde und drastische medizinische Themen — hervorragend geschrieben und völlig verkehrt als das, was um sieben Uhr morgens ins Postfach kommt. Jeder Artikel wird deshalb zusätzlich danach eingeordnet, ob sein Schwerpunkt auf Gräueltat und Leid liegt. Diese Artikel sind standardmäßig ausgeschlossen; du kannst sie in den Einstellungen zulassen.

Und der Text dazu

Zu jedem Artikel bekommst du drei Dinge: eine Zeile, die den Kern trifft, eine Zusammenfassung in drei bis vier Absätzen und einen überraschenden Fakt. Die Zusammenfassung entsteht aus dem vollständigen Artikel, nicht aus seiner Einleitung — die deckt bei einem Drittel des Bestands unter tausend Zeichen ab und ist dann eher Definition als Überblick. Diese Texte werden von einem Sprachmodell geschrieben und einen Tag vor dem Versand erzeugt. Sollte das Modell also einmal nicht erreichbar sein, kommt deine Mail trotzdem.

Oder zu zweit

Zwei Abonnenten können sich über einen Einladungslink verbinden und bekommen ab dann jeden Morgen denselben Artikel — jeder zu seiner eigenen Uhrzeit, in seiner Zeitzone. Gedacht als Gesprächsanlass: derselbe Text, dieselbe Überraschung, zwei Postfächer.

Aus wessen Themen gezogen wird, wechselt täglich, statt die Schnittmenge zu bilden — sonst hinge das Feature davon ab, dass sich zwei Menschen im Geschmack überschneiden. Die vorsichtigere Einstellung gewinnt dabei immer: Hat einer von beiden schwere Themen abgewählt, kommt keines. Und kein Artikel, den einer von beiden schon gelesen hat.

Was du einstellst

Themen, Uhrzeit auf die halbe Stunde, Zeitzone und Sprache. Die Sprache entscheidet, aus welcher Wikipedia gezogen wird. Alles ist über den Link in jeder Mail änderbar, ohne Passwort und ohne Konto.

Häufige Fragen

Was kostet es?
Nichts. Es gibt keine Werbung, keine bezahlte Version und keinen Weiterverkauf von Adressen.
Woher kommen die Artikel?
Ausschließlich aus Wikipedia, und dort nur aus den als „Exzellent“ beziehungsweise „Featured“ ausgezeichneten Artikeln. Die Artikeltexte stehen unter CC BY-SA; jede Mail verlinkt das Original.
Bekomme ich denselben Artikel zweimal?
Nein. Jede Zustellung wird festgehalten, und ein Artikel kann derselben Person nicht erneut zugeteilt werden.
Wer schreibt die Kurztexte?
Ein Sprachmodell, auf Grundlage des Wikipedia-Anrisses. Die Texte werden vor dem Versand geprüft und verworfen, wenn sie fehlerhaft aussehen. Der Artikel selbst stammt immer von Wikipedia-Autorinnen und -Autoren.
Wie melde ich mich ab?
Über den Link in jeder Mail, mit einem Klick. Du kannst dort auch deine Daten vollständig löschen lassen.
Werden meine Daten weitergegeben?
Nein. Gespeichert werden Adresse, Einstellungen und welche Artikel du bekommen hast. Für den Versand nutzen wir Postmark. Es gibt keine Öffnungs- oder Klickmessung in den Mails.
Kann ich die Sprache wechseln?
Ja, jederzeit in den Einstellungen. Danach kommen Artikel aus der jeweils anderen Wikipedia — also ein frischer Vorrat.
Was passiert, wenn meine Themen erschöpft sind?
Du bekommst eine Nachricht mit dem Hinweis, deine Auswahl zu erweitern. Bis dahin ziehen wir von außerhalb deiner Themen, und die Mail sagt das auch.

Zur Anmeldung