Der Papst protestierte – gemeint war gar nicht die Religion
Godard verlegt die Jungfrauengeburt in die Genfer Gegenwart, und der Aufschrei konservativer Katholiken war so laut, dass sich Johannes Paul II. persönlich zu Wort meldete. Die Filmliteratur liest das Werk aber kaum als religiöse Provokation, sondern als Versuch, mit Bildern das Undarstellbare zu zeigen – mit zerhackter Musik, die den Bildern widerspricht, mit Umwegen im Erzählen, mit Naturaufnahmen und Ironie. Interessant ist der Abstand zwischen dem, worüber gestritten wurde, und dem, worum es geht. Und dass der Protestant Godard ausgerechnet an einem katholischen Dogma arbeitet, macht die Sache nicht einfacher.
Nicht alle Katholiken waren empört: Während der Papst die Jungfrau Maria herabgewürdigt sah, gab es aus katholischen Kreisen auch ausdrückliche Zustimmung zum Film.
Maria und Joseph · Artikel aus Wikipedia, CC BY-SA.