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62 Kilometer Bahn, die kaum je einfach auf dem Boden liegt
Die Albulabahn führt als Schmalspurstrecke der Rhätischen Bahn von Thusis nach St. Moritz, überwindet dabei enorme Höhenunterschiede und gilt mit ihren 144 Brücken und 42 Tunneln als eine der spektakulärsten Bahnstrecken der Welt. Besonders eindrücklich ist der Abschnitt zwischen Bergün und Preda, wo die Ingenieure mit Spiral- und Kehrtunneln eine Höhendifferenz von über 400 Metern auf verschlungenem Weg bewältigten, weil man wegen der damals schwachen Dampflokomotiven auf moderate Steigungen und grosse Kurvenradien angewiesen war. Herzstück der 1903 beziehungsweise mit der Verlängerung nach St. Moritz 1904 eröffneten Strecke ist der fast sechs Kilometer lange Albulatunnel, dessen Bau durch einbrechendes Wasser so schwierig wurde, dass die ausführende Baufirma pleiteging und mehrere Arbeiter ums Leben kamen. Ursprünglich sollte die Bahn sogar bis nach Italien weitergeführt werden, doch der Erste Weltkrieg und die folgende Rezession machten diesem Plan ein Ende, weshalb der Bahnhof St. Moritz bis heute als reiner Durchgangsbahnhof gebaut ist.
Seit der Eröffnung wurde die Strecke immer wieder angepasst: Kohlemangel im Ersten Weltkrieg brachte die Elektrifizierung, in den folgenden Jahrzehnten kamen Lawinenschutzbauten, Doppelspurabschnitte und zahlreiche Sanierungen der oft aus Mauerwerk gebauten Viadukte hinzu. Das aufwendigste Projekt der jüngeren Zeit war der komplette Neubau des alten Albulatunnels, der 2015 begonnen und erst 2024 fertiggestellt wurde und nun höhere Geschwindigkeiten erlaubt. Nicht alles verlief unfallfrei: 1952 entgleiste bei Bever ein zu schnell fahrender Zug und stürzte auf die Strasse, 2014 riss ein Erdrutsch bei Solis mehrere Wagen eines voll besetzten Zuges mit sich, in beiden Fällen gab es Tote. 2008 wurde die Strecke zusammen mit der benachbarten Berninabahn zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, was seither auch die Anforderungen an Umbauten und Sanierungen prägt.
Heute verkehren im Stundentakt Schnellzüge zwischen Chur und St. Moritz, ergänzt im Sommer durch die touristischen Panoramazüge Glacier-Express und Bernina-Express, während im Winter ein spezieller Zug Schlittler nach Preda bringt. Nebenbei ist die Albulabahn nach wie vor eine wichtige Güterstrecke, auf der etwa Holz, Zement und Mineralölprodukte transportiert werden. Zum Einsatz kommen moderne Elektrolokomotiven und die neueren Allegra-Triebzüge, während die einst prägenden RhB-Krokodile nur noch vor Sonderzügen fahren. Einen kuriosen Höhepunkt erlebte die Strecke 2022, als die Rhätische Bahn hier mit hundert gekoppelten Wagen den bis dahin längsten Reisezug der Welt fuhr.
Die Albulabahn ist Schmalspur – und trägt trotzdem den Titel UNESCO-Weltkulturerbe, den sie seit 2008 gemeinsam mit der Berninabahn führt.
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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
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