Morgenwunder

Weltall & Universum

Sie flogen zum Mond und das beste Bild war das der Erde

Apollo 8 war an Weihnachten 1968 der erste bemannte Flug zu einem anderen Himmelskörper: Die drei Astronauten Frank Borman, James Lovell und William Anders umkreisten zehnmal den Mond, sahen als erste Menschen dessen Rückseite und machten das berühmte Erdaufgangsfoto. Eigentlich war ihre Besatzung für einen ganz anderen Flug vorgesehen gewesen, nämlich einen Test der Mondlandefähre in der Erdumlaufbahn – doch weil der Hersteller Grumman die Fähre nicht rechtzeitig fertigstellen konnte, schlug ein NASA-Manager vor, stattdessen gleich mit der mächtigen Saturn-V-Rakete zum Mond zu fliegen. Das war riskant, denn ohne Landefähre gab es bei einem Ausfall der Lebenserhaltung im Kommandomodul keine Rettung, und NASA-Chef Webb musste erst überzeugt werden. Den Ausschlag gaben am Ende auch Hinweise der CIA, dass die Sowjetunion selbst an einem bemannten Mondflug arbeitete, dem man zuvorkommen wollte. So wurde aus einer Erdumlauf-Testmission binnen weniger Monate ein gewagter Pionierflug zum Mond.

Der Start erfolgte am 21. Dezember 1968, drei Tage später erreichte das Raumschiff die Mondumlaufbahn. Unterwegs gab es kleinere Dramen: Lovell löste versehentlich seine Rettungsweste im Raumanzug aus, Borman erkrankte zeitweise mit Übelkeit, und die Navigation wurde durch gefrorene, lichtreflektierende Treibstoffreste erschwert. Entscheidend war jedes Mal, dass die Bremszündung des Haupttriebwerks auf der Mondrückseite – ganz ohne Funkkontakt zur Erde – zuverlässig funktionierte, denn ein Fehlzünden hätte die Astronauten im Mondorbit gestrandet zurückgelassen. Berühmt wurde vor allem die Fernsehübertragung am Heiligabend, bei der die Besatzung aus der biblischen Schöpfungsgeschichte vorlas, während sie die karge Mondoberfläche zeigte, dazu kam das spontan von Anders aufgenommene Earthrise-Foto, das eigentlich gar nicht im Flugplan vorgesehen war. Am 27. Dezember wasserte die Kapsel im Pazifik und wurde vom Flugzeugträger Yorktown geborgen.

In einem von Attentaten und Unruhen geprägten Jahr wurde die Mission in den USA als versöhnlicher Abschluss gefeiert, die Zeitschrift Time kürte die drei Astronauten zu Männern des Jahres. Für die Sowjetunion bedeutete der Erfolg einen schweren Rückschlag, ihr eigenes bemanntes Mondprogramm wurde danach deutlich zurückgefahren und später ganz aufgegeben. Die religiöse Weihnachtslesung sorgte jedoch auch für Streit: Eine bekannte Atheistin klagte deswegen gegen die NASA, die ihre Astronauten danach bei religiösen Handlungen im All zurückhaltender agieren ließ. Das Earthrise-Foto wiederum gilt bis heute als eines der einflussreichsten Bilder des 20. Jahrhunderts und wird mit dem Erwachen der frühen Umweltbewegung in Verbindung gebracht. Spuren der Mission finden sich bis heute auch in Popkultur und Musik, von Zitaten der Funksprüche bis zu Samples auf verschiedenen Alben.

Das Time-Magazin machte die drei Astronauten zu den Männern des Jahres 1968. In einem Telegramm bedankte sich jemand bei der Besatzung schlicht dafür, dieses Jahr gerettet zu haben.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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