Krieg & Konflikt · Erfindungen & Technik
Eigentlich sollte 2012 Schluss sein – gebaut wird bis in die 2030er
Die Arleigh-Burke-Klasse ist die Werkpferd-Zerstörerklasse der US Navy und zugleich die meistgebaute Kriegsschiffklasse seit dem Kalten Krieg: Mittlerweile sind 74 Einheiten im Dienst, weitere Dutzend sind geplant oder im Bau, seit der erste Zerstörer 1991 in Fahrt kam. Ursprünglich sollte die Zumwalt-Klasse die Nachfolge antreten, doch Budgetkürzungen degradierten sie zum Technologiedemonstrator mit nur drei Einheiten, weshalb die Navy stattdessen immer neue, leicht modifizierte Burke-Generationen bestellt, aktuell den mit neuem Radar ausgestatteten Flight III. Die Schiffe wurden als erste US-Kampfschiffe konsequent nach Tarnkappenprinzipien gebaut, mit geneigten Flächen und speziellem Blasensystem gegen Sonarortung, und dienen in Trägerverbänden vor allem der Flugabwehr, können aber auch Landziele mit Marschflugkörpern angreifen. Bekannt wurde vor allem die Cole, die 2000 im Jemen bei einem Bombenanschlag auf ein Beiboot schwer beschädigt wurde und 17 Besatzungsmitglieder verlor.
Technisch stecken in jedem Zerstörer vier Gasturbinen, die über 30 Knoten Spitzengeschwindigkeit ermöglichen, und ein Senkrechtstartsystem mit bis zu 96 Zellen, aus dem sich je nach Mission Flugabwehrraketen, Marschflugkörper oder U-Boot-Abwehrwaffen abfeuern lassen. Kernstück ist das Aegis-Kampfsystem mit seinem rundum überwachenden Radar, ergänzt um Sonar, elektronische Kampfführung und Täuschkörper gegen Lenkwaffen und Torpedos. Über die Jahre entstanden drei Bauvarianten, wobei die größte Veränderung bei Flight IIA ein Hangar für zwei Hubschrauber war, der zuvor fehlte und als größte Schwäche der Klasse galt. Der Entwurf wurde auch exportiert, etwa als Basis für japanische Zerstörerklassen, während Australien sich später für ein spanisches Design entschied.
Im Einsatz waren die Burkes an praktisch jedem größeren US-Militäreinsatz seit den 1990er-Jahren beteiligt, von den Irak-Operationen bis Afghanistan, meist zur Eskorte und für Marschflugkörperangriffe. Neben dem Anschlag auf die Cole erschütterten der Klasse mehrere schwere Kollisionen mit Frachtschiffen das Image, darunter zwei Unfälle 2017 vor Japan und Singapur, bei denen insgesamt siebzehn Besatzungsmitglieder starben und die laut Untersuchungsbericht auf vermeidbare Fehler der wachhabenden Crew zurückgingen. An Bord organisiert sich das Leben in strikt gegliederten Abteilungen für Waffen, Technik, Versorgung und Navigation, während außerdem geplant ist, die Schiffe durch einen Hybridantrieb treibstoffsparender zu machen. Die Klasse hat zudem Spuren in der Popkultur hinterlassen, etwa im Film Battleship und in der Serie The Last Ship, die ein fiktives Schwesterschiff zur Hauptfigur macht.
Mit 74 Einheiten ist die Klasse die meistgebaute der US Navy seit dem Ende des Kalten Krieges – und die Produktionslinie läuft noch immer.
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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
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