Morgenwunder

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Wie lange es tauchen kann, entscheidet der Proviant

Ein Atom-U-Boot bezieht seine Antriebsenergie aus einem Kernreaktor statt aus Diesel und Batterien, was ihm nahezu unbegrenzte Reichweite verschafft – begrenzt wird ein Tauchgang praktisch nur noch durch die Essensvorräte der Besatzung. Die USA stellten 1954 mit der Nautilus das erste Boot dieser Art in Dienst, kurz darauf zog die Sowjetunion nach, später folgten Großbritannien, Frankreich, China und zuletzt Indien. Man unterscheidet je nach Bewaffnung Jagd-U-Boote, die feindliche Schiffe aufspüren und meist mit Torpedos ausgestattet sind, strategische Boote mit ballistischen Atomraketen, die als Zweitschlagswaffe in der Weite der Ozeane verschwinden, und Boote mit Marschflugkörpern für gezielte Angriffe. Technisch basiert der Antrieb bei den meisten Nationen auf einem Druckwasserreaktor, wobei die Sowjetunion zeitweise auch mit heikleren, flüssigmetallgekühlten Reaktoren experimentierte.

Die eigentliche Geschichte der Atom-U-Boote ist stark von Unfällen und dem Wettrüsten geprägt. Sowjetische Boote der ersten Generation litten unter mangelhaften Sicherheitsstandards, sodass Besatzungsmitglieder bei Reaktorpannen tödliche Strahlendosen abbekamen, etwa bei der berüchtigten K-19, die danach den Spitznamen „Hiroshima“ trug. Insgesamt sind bislang sieben Atom-U-Boote gesunken, zwei amerikanische und fünf sowjetisch-russische, mit teils hunderten Toten, wie bei der Kursk im Jahr 2000. Während des Kalten Krieges kam es zudem wiederholt zu Kollisionen zwischen U-Booten verfeindeter Marinen, die sich gegenseitig heimlich beschatteten. Einzig die britische Marine hat mit der Versenkung des argentinischen Kreuzers General Belgrano im Falklandkrieg je ein Schiff durch ein Atom-U-Boot zerstört.

Auch die Entsorgung ausgedienter Boote ist alles andere als trivial, denn die strahlenden Reaktorsektionen müssen von Fachwerften abgetrennt und über Jahrzehnte sicher gelagert werden. Besonders Russland tat sich damit lange schwer: Nach dem Zerfall der Sowjetunion rosteten Dutzende ausgemusterte Boote in Häfen vor sich hin, bis internationale Gelder, unter anderem aus den USA und Japan, die fachgerechte Zerlegung ermöglichten. Heute rüsten mehrere Staaten ihre Flotten wieder auf, Russland, die USA, Großbritannien und Frankreich bauen neue Bootsklassen, und mit dem AUKUS-Pakt bekommt auch Australien erstmals Zugang zu solcher Technologie. Selbst Südkorea hat inzwischen grünes Licht der USA für ein eigenes Programm erhalten, während der Stoff seit Jules Verne auch Schriftsteller und Filmemacher immer wieder beschäftigt hat.

Die Tauchdauer eines Atom-U-Boots wird nicht vom Antrieb begrenzt, sondern von den Lebensmittelvorräten an Bord.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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