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Eine Hügelstrecke von 1879 bringt dich heute bis nach Zürich

Die Bahnstrecke Stuttgart–Horb, besser bekannt als Teil der Gäubahn, verbindet den Stuttgarter Hauptbahnhof über das Korngäu mit dem Neckartal bei Horb und ist gut 67 Kilometer lang. Gebaut wurde sie in zwei Schritten: 1874 zunächst das Stück von Eutingen nach Horb als Anschluss an die Nagoldtalbahn, erst 1879 folgte die eigentliche Direktverbindung von Stuttgart aus, die wegen starker Steigungen als technisch anspruchsvoll galt und viele italienische Arbeiter beschäftigte. Innerhalb Stuttgarts führt die Strecke als sogenannte Panoramabahn mit Blick über den Talkessel hangaufwärts zur Filderebene, bevor sie durchs Gäu weiter Richtung Neckar verläuft, und bis heute gilt dieser Abschnitt als einer der schönsten innerstädtischen Streckenteile Deutschlands. Zwischen den beiden Weltkriegen erlebte die Strecke ihre Blütezeit als Teil einer Nord-Süd-Achse mit Schnellzügen von Berlin bis nach Italien, bevor Krieg und Zonengrenzen den Verkehr stark zurückwarfen und ein durchgehender Betrieb erst Ende der 1940er Jahre wieder möglich wurde. Danach kam mit der Elektrifizierung, dem Anschluss ans Stuttgarter S-Bahn-Netz und wechselnden internationalen Zuggattungen wie EuroCity, Cisalpino und ICE T immer wieder neuer Schwung, auch wenn technische Probleme mit der Neigetechnik und sinkende Fahrgastzahlen den Fernverkehr über Jahre belasteten.

Heute ist die Strecke ein Bündel aus Fern-, Regional-, S-Bahn- und Güterverkehr: Intercitys nach Zürich wechseln sich mit Regionalexpress- und S-Bahn-Linien ab, während die Gäubahn zugleich als wichtige Ausweichroute für den Güterverkehr dient, etwa wenn die Rheintalbahn gesperrt ist. Gleichzeitig ist der Ausbau seit Jahrzehnten ein Dauerthema: Ein deutsch-schweizerischer Vertrag sollte die Fahrzeit nach Zürich deutlich verkürzen, doch die Maßnahmen auf deutscher Seite kommen kaum voran, und der Streit, ob dafür Neigetechnik nötig ist, wurde erst spät zugunsten eines Verzichts entschieden. Besonders umstritten ist die Zukunft der Panoramabahn in Stuttgart, die im Zuge von Stuttgart 21 durch eine Streckenführung über den Flughafen und den geplanten Pfaffensteigtunnel ersetzt werden soll. Weil sich dieser Tunnel immer wieder verzögert, droht eine jahrelange Lücke, in der Regionalzüge nur bis Stuttgart-Vaihingen fahren würden, wogegen Umweltverbände sogar vor Gericht zogen.

Parallel dazu wird intensiv über einen dauerhaften Erhalt der Panoramabahn verhandelt, etwa als zusätzliche S-Bahn-Strecke oder Ausweichroute bei Störungen, und Land, Stadt und Bahn haben sich grundsätzlich auf einen Weiterbetrieb samt Sanierung verständigt. Zugleich laufen Planungen für ein digitales Stellwerkskonzept, neue Haltepunkte, ein Wendegleis in Ehningen und eine mögliche Taktverdichtung der S-Bahn, während einzelne Bauabschnitte immer wieder für Sanierungen komplett gesperrt werden müssen. Insgesamt zeigt die Geschichte der Strecke, wie aus einer regionalen Verbindung eine bedeutende, aber technisch in die Jahre gekommene Achse wurde, deren endgültige Zukunft – vor allem in Stuttgart selbst – bis heute nicht abschließend geklärt ist.

Zwischen Hauptbahnhof und Vaihingen heißt die Strecke im Stuttgarter Stadtgebiet schlicht Panoramabahn. Ursprünglich führte die Gäubahn übrigens gar nicht nach Singen, sondern nach Freudenstadt.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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