Natur & Lebewesen · Erde & Orte
Offiziell kein Mineral – und trotzdem in der Systematik
Bernstein ist fossiles Baumharz, das seit Jahrtausenden vor allem im Ostseeraum als Schmuckstein bekannt ist – im engeren Sinn ist damit die Bernsteinart Succinit gemeint, während dutzende weitere Bernsteinarten wie Gedanit, Glessit oder der Dominikanische Bernstein aus ganz anderen Pflanzen und Erdzeitaltern stammen. Chemisch und physikalisch ist Bernstein bis heute schwer eindeutig zu fassen: Er gilt nicht als eigenständiges Mineral, seine Erzeugerpflanze ist trotz langer Forschung unbekannt, und selbst seine Entstehung – ob durch langsame Versteinerung oder rasche Aushärtung am Baum – wird von der Forschung unterschiedlich erklärt. Weltweit gibt es Fundstellen von Skandinavien über Mitteldeutschland bis in die Karibik und nach Myanmar, wobei die Lagerstätte im russischen Samland und die deutsche Fundstelle Bitterfeld besonders bedeutend sind und wissenschaftlich noch immer diskutiert wird, ob beide Vorkommen wirklich unabhängig voneinander entstanden.
Besonders interessant für die Forschung sind die im Harz eingeschlossenen Insekten, Spinnen und Pflanzenteile, die bis ins kleinste Detail erhalten blieben, weil das Harz am Baum schon fast vollständig ausgehärtet war, bevor es zu Bernstein wurde. Solche Einschlüsse haben große Sammlungen in Museen von London bis St. Petersburg hervorgebracht, sind aber auch seit Jahrhunderten Ziel von Fälschungen, bei denen Tiere nachträglich in Harz oder Kunstharz eingebettet wurden. Der Beitrag beschreibt außerdem, wie Bernstein industriell gewonnen wurde – vom Sammeln am Strand über das Baggern bis zum modernen Tagebau –, und wie er zu Schmuck, Rosenkränzen oder sogar zum berühmten, seit dem Zweiten Weltkrieg verschollenen Bernsteinzimmer verarbeitet wurde. Auch Pressbernstein aus verdichtetem Bernsteinstaub sowie das sogenannte Klarkochen in Öl, mit dem trüber Bernstein durchsichtig gemacht wird, spielen dabei eine Rolle.
Schon in der Antike faszinierte die Eigenschaft des Bernsteins, sich beim Reiben elektrostatisch aufzuladen – daher stammt letztlich auch das Wort Elektrizität, abgeleitet vom griechischen Namen für Bernstein. Über Jahrhunderte wurden dem Stein zudem Heilkräfte und Schutzwirkung gegen Dämonen zugeschrieben, was bis in die heutige Esoterik nachwirkt, obwohl es dafür keine wissenschaftlichen Belege gibt. Der Artikel geht auch auf praktische Aspekte ein, etwa wie man Bernstein von Imitaten oder von gefährlich ähnlich aussehenden Phosphorklumpen aus Weltkriegsbomben unterscheidet, die gelegentlich an Ostseestränden angespült werden. Am Ende wird deutlich, wie sehr Bernstein Naturkunde, Handwerk, Handel und Mythologie über Jahrtausende hinweg miteinander verbunden hat.
Der älteste bekannte Bernstein steckt in rund 310 Millionen Jahre alter Steinkohle – das Harz jener Bäume hat sich seit dem Paläozoikum als feste, nicht kristalline Substanz gehalten.
Den ganzen Artikel „Bernstein“ auf Wikipedia lesen
Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
Jeden Morgen einer.
Ein Wikipedia-Artikel pro Tag, zu deiner Uhrzeit, aus den Themen, die du willst. Kostenlos, jederzeit abbestellbar.
Anmelden