Morgenwunder

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Ein Bach, der im Sommer verschwindet, trieb einst drei Mühlen an

Der Blabbergraben ist ein kleiner, sandgeprägter Bach in Brandenburg, der im Landkreis Oder-Spree fünf langgezogene Seen entlang einer alten Gletscherrinne verbindet und schließlich in die Krumme Spree mündet. Auf seinen gut 13 Kilometern trocknet er im Sommer streckenweise aus, weshalb Fische fast nur noch in den Seen überleben, während der Graben selbst kaum Wasser führt. Sein Zustand gilt als unbefriedigend, weil Landwirtschaft, Begradigungen und Verrohrungen ihm über Jahrzehnte zugesetzt haben; im Rahmen eines Gewässerentwicklungskonzepts nach EU-Vorgaben soll er nun wieder naturnäher werden, etwa durch den Rückbau von Rohren und Stauanlagen. Benannt ist er nach der längst verschwundenen Blabbermühle, deren plätscherndes Mahlgeräusch dem Bach seinen eigenwilligen, vom Plattdeutschen für „plappern“ abgeleiteten Namen gab.

Geologisch liegt der Bach auf der Beeskower Platte, einer eiszeitlich geprägten Hochfläche, deren Rinne sich bis zu 25 Meter tief eingeschnitten hat – dort überspannt sie das denkmalgeschützte Lindenberger Viadukt einer alten Eisenbahnstrecke. Er bildet über weite Strecken die Grenze zwischen mehreren Gemeinden und Ortsteilen, obwohl die eigentlichen Dörfer meist abseits liegen und die Umgebung fast siedlungsfrei geblieben ist. Historisch trieb der Graben mindestens drei Wassermühlen an, von denen heute nur noch Bodendenkmale oder bewohnte Gehöfte zeugen, und in seiner Nähe erhebt sich der Räuberberg mit den Resten einer mittelalterlichen Adelsburg. Klimatisch liegt die Region im Übergang zwischen ozeanischem und kontinentalem Klima und ist auffallend niederschlagsarm, was zum sommerlichen Trockenfallen beiträgt. Untersucht wird die unterirdische Wasserscheide zu einem Nachbarsystem im Rahmen eines meteorologischen Langzeitprojekts, das eigentlich dem Ostsee-Wasserkreislauf gilt.

Ökologisch ist die Gegend trotz der Belastung des Baches selbst bemerkenswert reich: In den Wäldern, Seen und der vermoorten Drobschseerinne leben seltene Pflanzen wie die stark gefährdete Wassernuss, streng geschützte Amphibien wie die Rotbauchunke sowie Fischotter und vermutlich auch Biber. Mehrere Abschnitte stehen unter Schutz, von Landschaftsschutzgebieten bis zu einem Natura-2000-Gebiet, und ein kleiner Teil der Drobschseerinne ist als Naturentwicklungsgebiet der menschlichen Einflussnahme ganz entzogen. Bekannt wurde die einsame Landschaft vor allem durch den Schriftsteller Günter de Bruyn, der seit 1969 an der ehemaligen Blabberschäferei wohnte und ihr 2006 mit seinem Buch „Abseits“ ein literarisches Denkmal setzte. Die Kritik reagierte gespalten: Während manche seine genaue, ruhige Beobachtungsgabe rühmten, empfanden andere die detailverliebten historischen Passagen als ermüdend und verglichen die Lektüre mit einem Nachmittag in einem Heimatmuseum.

Der Name kommt von der längst abgetragenen Blabbermühle und der ist lautmalerisch: "blabbern" ist plattdeutsch für plappern, nach dem Geräusch der arbeitenden Mühle.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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