Morgenwunder

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Sein teuerster Film ruinierte ihn, heute gilt er als Meisterwerk

Buster Keaton wuchs quasi auf der Bühne auf: Schon als Kleinkind wurde er von seinen Eltern als „menschlicher Mop“ im Vaudeville herumgeschleudert, lernte dabei früh, wie Komik durch Zurückhaltung wirkt, und entwickelte so sein berühmtes unbewegtes Gesicht. Über einen Zufallsbesuch im Filmstudio seines früheren Vaudeville-Kollegen Roscoe Arbuckle kam er zum Kino und übernahm dort schnell Regieaufgaben. Mit eigenen Studios drehte er in den zwanziger Jahren seine wichtigsten Kurz- und Langfilme, führte dabei akribisch selbst gefährliche Stunts aus und legte zunehmend Wert darauf, dass seine Gags glaubwürdig statt übertrieben wirken. Filme wie der Navigator brachten ihm den Anschluss an die großen Komiker seiner Zeit, bevor ihn der finanzielle Misserfolg eines aufwendigen Eisenbahnfilms zum Umdenken zwang.

Der Wechsel zum Großstudio MGM wurde zum Wendepunkt ins Negative: Dort musste er sich erstmals strikt an Drehbücher halten, verlor nach und nach seine kreative Kontrolle und driftete mit dem Aufkommen des Tonfilms immer weiter von seinem eigentlichen Stil ab. Parallel dazu verstärkte sich seine Alkoholsucht, seine Ehe zerbrach, und 1933 wurde ihm nach Streit mit der Studioleitung gekündigt. Es folgten Jahre in billigen Kurzfilmen und als namenloser Gagschreiber für andere Komiker, während er privat mit Entzug und finanziellen Sorgen kämpfte. Erst mit Unterstützung seiner Familie und einer neuen, glücklichen Ehe fand er zu einem stabileren Leben zurück, blieb dabei aber aus dem öffentlichen Bewusstsein weitgehend verschwunden.

Ab Ende der vierziger Jahre begann seine Wiederentdeckung: Kritiker würdigten seine alte Arbeit, Fernsehauftritte und Cameo-Rollen etwa bei Billy Wilder und Charlie Chaplin brachten ihn zurück ins Bild, und ein Sammler rettete gemeinsam mit ihm viele seiner als verloren geglaubten Filme vor dem Zerfall. Für sein Lebenswerk erhielt er 1960 einen Ehrenoscar, drehte bis kurz vor seinem Tod noch Kurzfilme und sogar einen experimentellen Streifen von Samuel Beckett. Seine Arbeit gilt heute technisch wie stilistisch als wegweisend, vor allem wegen seiner Vorliebe für reale statt getrickste Stunts und für Maschinen und technische Apparate als zentrales Thema seiner Geschichten. In der Rückschau wird er inzwischen oft gleichrangig neben Chaplin gesehen, manche Kritiker stellen seine Bedeutung sogar noch höher.

Seine Akrobatik lernte er als Kind auf der Vaudeville-Bühne – als Teil der Familiennummer The Three Keatons, lange bevor er mit 21 zum ersten Mal vor einer Kamera stand.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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