Kuriose Geschichte · Menschen & Lebenswege
Weil ihn seine Familie versteckte, überlebte er als Einziger
Claudius galt als peinlich, krank und untauglich – genau deshalb hielt man ihn von Ämtern fern, und genau deshalb übersah man ihn bei den Säuberungen, die unter Tiberius und Caligula halb Rom auslöschten. Statt Karriere machte er Geschichtsforschung, bis nach Caligulas Ermordung schlicht kein anderer erwachsener Mann der Familie übrig war. Als Kaiser saß er dann selbst Prozessen vor, ließ erlassen bis zu zwanzig Verordnungen an einem Tag, eroberte Britannien – und ließ zugleich zahlreiche Senatoren hinrichten. Die antiken Autoren machten ihn zum Gespött, die moderne Forschung hält ihn für einen fähigen Verwalter; welches Bild stimmt, ist bis heute offen.
Claudius kam in Lugdunum, dem heutigen Lyon, zur Welt und war damit der erste römische Kaiser, der nicht in Italien geboren wurde. Bei seiner Erhebung spielte erstmals das Militär die entscheidende Rolle.
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