Morgenwunder

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Der Zusatz sollte Feuer verhindern – es gab einen Feuerball

1984 ließen die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA und die NASA eine ausgemusterte Boeing 720 per Fernsteuerung kontrolliert abstürzen, um vor allem einen neuen Treibstoffzusatz namens AMK zu testen. Dieser sollte verhindern, dass austretendes Kerosin bei einem Unfall eine leicht entzündliche Nebelwolke bildet, denn genau daran sterben bei Flugzeugabstürzen erfahrungsgemäß viele Passagiere, nicht am Aufprall selbst. Parallel dazu nutzte man das aufwendige Experiment gleich für ein ganzes Bündel weiterer Tests, etwa zu feuerfesten Sitzen, neuen Fenstern, Rückhaltesystemen und Flugschreibern. Über vier Jahre bereiteten Ingenieure den Versuch vor, bauten die Maschine technisch um und übten mit 14 Testflügen den ferngesteuerten Anflug auf ein präpariertes Wüstengelände in der Mojave-Wüste, komplett mit Metallklingen, die die Tragflächen beim Aufprall gezielt aufreißen sollten.

Am 1. Dezember 1984 geriet der eigentliche Absturz jedoch anders als geplant: Der Pilot am Boden verlor durch eine schlechte Videoübertragung und hohe Arbeitsbelastung die Kontrolle über die exakte Fluglage, sodass die Maschine schräg und mit starker Querneigung auf die vorbereitete Fläche traf. Dadurch bohrte sich eine der Schneidevorrichtungen tiefer als vorgesehen in ein Triebwerk und den Rumpf, ein Motor blieb brennend am Flügel hängen und diente als ungeplante, besonders hartnäckige Zündquelle. Das Flugzeug ging in einem gewaltigen Feuerball auf, der über eine Stunde lang brannte und im Fernsehen live zu sehen war. Weil sich am Boden vor allem bereits chemisch verändertes Kerosin, Öl und Hydraulikflüssigkeit entzündeten, konnte AMK seine eigentliche nebelhemmende Wirkung in dieser Situation gar nicht zeigen, und viele der übrigen Messsysteme, etwa in den präparierten Sitzen, wurden durch das Feuer oder den unerwarteten Aufschlagwinkel zerstört oder unbrauchbar.

In der öffentlichen Wahrnehmung galt der Test damit sofort als Fehlschlag, auch wenn die FAA und der Hersteller des Zusatzes später beteuerten, AMK habe funktioniert und ein noch schlimmeres Feuer verhindert. Ein Kongressausschuss lehnte es dennoch ab, den Zusatz verbindlich vorzuschreiben, und die Weiterentwicklung feuerhemmender Treibstoffe wurde bald darauf ganz eingestellt, was für den Hersteller das Ende von 17 Jahren Forschung bedeutete. Andere Teilversuche fielen differenzierter aus: Die getesteten feuerfesten Sitzbezüge schnitten klar besser ab, einige Erkenntnisse flossen in neue Sicherheitsvorschriften und verbesserte Absturzsimulationen ein, während sich etwa über die neuen Fenster wegen des ungewöhnlichen Kabinenbrands keine verlässliche Aussage treffen ließ. Insgesamt bewertete vor allem die NASA das im Kern gescheiterte Hauptexperiment wegen der vielen Nebenerkenntnisse als Erfolg, und 2012 wiederholte der Discovery Channel einen ähnlichen kontrollierten Absturz mit einer Boeing 727 in Mexiko.

Das Flugzeug wurde absichtlich mit vollen Tanks zum Absturz gebracht – und das Wrack brannte danach mehr als eine Stunde.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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