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Erst einen Kometen beschossen, dann nach fremden Erden gesucht
Deep Impact war eine NASA-Mission, die zum ersten Mal einen Blick ins Innere eines Kometen werfen sollte. Dafür schickte die Sonde ein gut 370 Kilogramm schweres Projektil auf Kollisionskurs mit dem Kometen Tempel 1, das dort am 4. Juli 2005 mit über zehn Kilometern pro Sekunde einschlug, während die eigentliche Muttersonde in sicherem Abstand vorbeiflog und alles mit Kamera und Spektrometer aufzeichnete. Die Idee dahinter: Das aus Kupfer und Aluminium gefertigte Geschoss sollte einen Krater reißen und dabei Urmaterial aus der Entstehungszeit des Sonnensystems freisetzen, das sich sonst nie zeigt. Trotz sechs Jahren Entwicklung und über 300 Millionen Dollar Budget gab es technische Rückschläge, etwa ein Fokussierungsfehler der Hauptkamera, der sich nie ganz beheben ließ.
Der Einschlag selbst verlief dramatischer als erwartet: Eine Fontäne aus geschmolzenem, über 3000 Grad heißem Material schoss empor, und es wurde so viel feiner Staub aufgewirbelt, dass der entstandene Krater komplett verdeckt blieb und seine Größe nur aus der Masse des Auswurfs geschätzt werden konnte. Die Auswertungen zeigten, dass der Kometenkern viel poröser und lockerer ist als gedacht, mit bis zu siebzig Prozent leerem Raum und einer Dichte von nur etwa zwei Dritteln der von Wassereis. Im ausgeworfenen Material fanden sich neben Wasser auch organische Verbindungen, Silikate und Tonminerale, was Forscher dazu brachte, Kometen künftig eher als „schneeige Schmutzbälle“ statt als „schmutzige Schneebälle“ zu bezeichnen. Überraschend waren zudem geologische Schichten auf der Oberfläche, die an einen Saturnmond erinnerten und vermuten lassen, dass Tempel 1 aus dem Zusammenschluss zweier Körper entstanden sein könnte. Weil der Krater von Deep Impact aus nie zu sehen war, flog später die Sonde Stardust eigens vorbei, um ihn doch noch zu fotografieren.
Nach dem erfolgreichen Einschlag war die Muttersonde noch intakt und mit genug Treibstoff ausgestattet, weshalb die NASA die Mission unter dem Namen EPOXI fortsetzte. In dieser zweiten Karriere flog die Sonde 2010 am Kometen Hartley vorbei und beteiligte sich 2013 an Beobachtungen des Kometen ISON, zwischendurch nutzte man ihr Teleskop sogar zur Suche nach erdähnlichen Exoplaneten bei anderen Sternen. Ein weiterer Vorbeiflug an einem Asteroiden war für 2020 geplant, kam aber nie zustande: Im August 2013 brach der Kontakt ab, verursacht durch einen dem Jahr-2000-Problem ähnlichen Softwarefehler bei der Datumsverarbeitung, der den Bordcomputer in eine Endlosschleife von Neustarts trieb. Im September desselben Jahres erklärte die NASA die Mission endgültig für beendet.
Die Mission trägt denselben Namen wie der Katastrophenfilm von 1998, in dem ein Komet die Erde bedroht – angeblich reiner Zufall.
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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
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