Morgenwunder

Natur & Lebewesen

Über 1000 Arten weltweit, in Mitteleuropa schafft es genau eine

Der Europäische Laubfrosch ist der einzige mitteleuropäische Vertreter einer riesigen, weltweit verbreiteten Froschfamilie und fällt vor allem durch seine leuchtend grüne Haut, die großen goldgelben Augen und die hervorragenden Klettertalente auf. Seine Haftscheiben an Fingern und Zehen bestehen unter dem Mikroskop aus winzigen, wabenartig angeordneten Säulen, die ihm das Hochklettern selbst an spiegelglattem Glas erlauben. Die Hautfarbe wechselt je nach Beschaffenheit der Unterlage und Temperatur, was lange fälschlich als reine Tarnfarbanpassung galt, tatsächlich aber eher auf Tastreizen beruht. Lange galt er als eine von mehreren Unterarten einer einzigen europäischen Art, doch genetische Untersuchungen und Vergleiche der Paarungsrufe haben inzwischen mehrere eigenständige Arten wie den Italienischen, Iberischen und Östlichen Laubfrosch abgespalten, wodurch sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet deutlich geschrumpft ist.

Besonders ausführlich beschäftigt sich der Artikel mit dem Rufverhalten der Männchen, das stark von Temperatur und Lichtverhältnissen gesteuert wird: Rufe beginnen erst, wenn die Abenddämmerung eine bestimmte Dunkelheit erreicht hat, und ihre Länge sowie die Pausen dazwischen verändern sich messbar mit der Außentemperatur. Dafür besitzen die Männchen einen deutlich größeren Kehlkopf und kräftigere, schneller arbeitende Kehlkopfmuskeln als die Weibchen, die kaum Laute von sich geben. Nach der Paarung im Wasser entstehen Laichballen mit mehreren Dutzend Eiern, aus denen Kaulquappen schlüpfen, die sich wochenlang von Algen und organischem Material ernähren, bevor sie sich im Sommer in kletternde Landtiere verwandeln. Auf dem Weg dorthin drohen ihnen zahlreiche Fressfeinde von Fischen über Libellenlarven bis zu Ringelnattern und Reihern, dazu kommen diverse Parasiten wie Saugwürmer, die ihren Lebenszyklus exakt an den des Frosches angepasst haben.

Heute gilt die Art in weiten Teilen Mitteleuropas als gefährdet, weil trockengelegte Moore, begradigte Bäche, intensive Landwirtschaft und zerschnittene Landschaften ihr die nötigen Kleingewässer und vernetzten Lebensräume nehmen. Weil der Laubfrosch zwischen Laichgewässer, Sommerquartier und Überwinterungsplatz wandert, wird er zusätzlich durch Straßen und isolierte, nicht mehr miteinander verbundene Restpopulationen bedroht, was Naturschützer mit dem sogenannten Metapopulations-Modell erklären. Schutzprogramme setzen deshalb auf die Anlage neuer, sonniger und fischfreier Kleingewässer, angepasste Mahdzeiten für Feuchtwiesen und den Erhalt von Heckenstrukturen als Wanderkorridore. Trotz solcher Bemühungen gilt der Bestand in Deutschland weiterhin als gefährdet, während die Art weltweit gesehen nicht bedroht ist.

Der vertraute grüne Frosch an Teichrändern ist der einzige mitteleuropäische Vertreter einer fast weltweit verbreiteten Familie mit über 1000 Arten.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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