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Sie verhalf Julian zur Macht – er dankte mit einer Lobrede

Eusebia war die zweite Frau des römischen Kaisers Constantius II. und galt als eine der einflussreichsten Frauen ihrer Zeit. Aus Thessaloniki stammend und gut gebildet, heiratete sie 353 den Kaiser, bekam aber nie den sonst üblichen Titel Augusta verliehen. Am Hof mischte sie sich sowohl in machtpolitische als auch in religiöse Streitigkeiten ein, etwa im Konflikt zwischen verschiedenen christlichen Strömungen, und setzte sich erfolgreich für Verwandte und ihr nahestehende Bischöfe ein. Besonders bekannt wurde sie dafür, dass sie den jungen Julian, der später selbst Kaiser wurde, vor einer Hinrichtung bewahrte und ihm zum Amt des Unterkaisers verhalf.

Die Ehe blieb jedoch acht Jahre lang kinderlos, was am Hof zu bösen Gerüchten führte: Eusebia soll aus Eifersucht Julians Frau heimlich unfruchtbar gemacht und sogar ein neugeborenes Kind von einer Hebamme töten lassen haben. Ob diese Geschichten stimmen oder ob eher eine Krankheit oder Constantius selbst für die Kinderlosigkeit verantwortlich war, lässt sich nicht klären. Eusebia starb vermutlich 360 und wurde in Konstantinopel beigesetzt, in demselben Grab, in dem später auch ihr Mann ruhte. Als Julian sich kurz darauf gegen Constantius erhob, hatte sie dies nicht mehr miterlebt, stand aber zuvor klar auf der Seite ihres Mannes.

Was wir über sie wissen, stammt vor allem von zwei Seiten: dem Geschichtsschreiber Ammianus Marcellinus und von Julian selbst, der ihr aus Dankbarkeit eine Lobrede widmete. Beide Quellen schwanken zwischen glühendem Lob für ihre Schönheit, Klugheit und Güte und scharfer Kritik an ihrem angeblich intrigantem Verhalten, weshalb sich auch in der heutigen Forschung kein einheitliches Bild ergibt. Manche Historiker lesen ihre Förderung Julians als selbstlose Großzügigkeit, andere vermuten dahinter knallharte Hofpolitik oder gar eine Strategie des Constantius, der sie nur als Mittlerin benutzt habe. Auch spätere antike Autoren zeichneten je nach religiöser und politischer Haltung ein positives oder abwertendes Bild von ihr, bis hin zu offen frauenfeindlichen Schilderungen. Eusebia bleibt damit eine Figur, deren wahrer Charakter hinter den literarischen Mustern ihrer Zeit kaum mehr zu fassen ist.

Die Hauptquelle zu ihrem Leben ist eine Lobrede von Julian, also von genau dem Mann, dessen Aufstieg sie am Hof durchgesetzt hatte.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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