Morgenwunder

Körper & Medizin

Sie frisst mehr als je zuvor und wird trotzdem immer dünner

Feline Hyperthyreose ist eine Überfunktion der Schilddrüse, an der vor allem ältere Katzen leiden – bei Tieren über neun Jahren ist etwa jede zehnte betroffen, unabhängig von Rasse oder Geschlecht. Anders als beim Menschen steckt fast immer eine gutartige Gewebevermehrung dahinter, meist mit vielen kleinen Herden statt einem einzigen Knoten. Warum diese Zellen unkontrolliert wachsen, ist nicht abschließend geklärt; diskutiert werden genetische Ursachen ebenso wie Umwelteinflüsse, etwa bestimmte Stoffe in Dosenfutter oder Flammschutzmittel, die im Verdacht stehen, das Risiko deutlich zu erhöhen. Die überschüssigen Hormone bringen den Stoffwechsel auf Hochtouren und belasten auf Dauer Herz, Gefäße und Nieren.

Sichtbar wird die Krankheit meist durch einen Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit, dazu kommen oft eine tastbare Schwellung am Hals, Herzrasen und manchmal auch Unruhe oder ein struppiges Fell. Weil ähnliche Symptome auch bei Diabetes, Nierenleiden oder Herzerkrankungen auftreten, braucht es für eine sichere Diagnose Bluttests, die den Hormonspiegel messen, notfalls ergänzt durch spezielle Funktionstests oder eine Szintigrafie. Tückisch ist dabei, dass die Schilddrüsenüberfunktion eine bestehende Nierenschwäche zunächst verschleiern kann, weil sie die Durchblutung der Nieren verbessert – erst nach erfolgreicher Behandlung zeigt sich diese manchmal erst richtig. Auch Bluthochdruck und in seltenen, aber lebensbedrohlichen Fällen Blutgerinnsel können die Folge sein.

Für die Behandlung stehen drei Wege offen: Medikamente, die die Hormonproduktion drosseln, die operative Entfernung des erkrankten Gewebes oder eine Radiojodtherapie. Die Medikamente sind am gebräuchlichsten, weil einfach anzuwenden, beseitigen aber das veränderte Gewebe nicht und müssen meist dauerhaft gegeben werden, mit gelegentlichen Nebenwirkungen wie Erbrechen oder Leberproblemen. Die Operation birgt vor allem bei stark erkrankten Tieren ein Narkoserisiko und kann versprengtes Schilddrüsengewebe übersehen. Als beste Lösung gilt die Radiojodtherapie, weil eine einzige Behandlung meist genügt und Rückfälle selten sind, doch sie erfordert einen mehrtägigen stationären Aufenthalt unter Strahlenschutzauflagen und ist in Deutschland nur an zwei Kliniken verfügbar; ergänzend kann auch eine jodarme Diät helfen, die Hormonwerte zu senken.

Unter den Haustieren teilen sich ausgerechnet Katzen und Meerschweinchen diese Anfälligkeit – bei den übrigen ist eine Schilddrüsenüberfunktion deutlich seltener.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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