Natur & Lebewesen
Seevögel, die nach Kriegsschiffen benannt sind – aus gutem Grund
Fregattvögel sind tropische Hochseevögel, die eher wie fliegende Extremsportler als wie klassische Seevögel wirken. Ihr Skelett ist so leicht gebaut, dass es nur fünf Prozent des Körpergewichts ausmacht, ein Rekordwert unter Vögeln, während die kräftige Brustmuskulatur fast ein Fünftel ausmacht. Mit ihren langen, schmalen Flügeln und dem gegabelten Schwanz können sie wochenlang in der Luft bleiben, dabei sogar schlafen und mithilfe von Aufwinden in Wolken auf über 1600 Meter steigen. Ihre Beine sind so verkümmert, dass sie kaum laufen oder schwimmen können, und ihr Gefieder ist kaum wasserdicht, weshalb sie Kontakt mit dem Meer möglichst vermeiden. Besonders auffällig ist der rote Kehlsack der Männchen, den sie bei der Balz zu einem leuchtenden Ballon aufblasen.
Ihren Namen verdanken die Vögel dem Verhalten, das sie berühmt gemacht hat: anderen Seevögeln wie Tölpeln im Flug die Beute abzujagen, indem sie sie so lange attackieren, bis diese ihren Fang fallen lassen. Tatsächlich stammen aber nur etwa fünf Prozent ihrer Nahrung aus solchen Überfällen, meist durchgeführt von den größeren Weibchen, während der Großteil durch eigene Jagd auf fliegende Fische und Tintenfische an der Wasseroberfläche erbeutet wird. Daneben plündern sie auch gezielt die Nester anderer Seevögel und können ganze Brutkolonien von Seeschwalben dezimieren. Bei der Fortpflanzung legen sie nur ein einziges Ei, das Paar brütet abwechselnd, und das Junge braucht bis zu sieben Monate, um flugfähig zu werden, gefolgt von fast einem weiteren Jahr elterlicher Fürsorge - eine der längsten Brutpflegezeiten überhaupt bei Vögeln. Deshalb gelingt die Aufzucht auch nur bei etwa einem Viertel der Bruten, und die Vögel brüten meist nur alle zwei Jahre.
Schon Christoph Kolumbus beschrieb 1492 in seinem Logbuch einen Fregattvogel und sein Jagdverhalten, ohne zu wissen, dass die Tiere entgegen seiner Annahme sehr wohl weit aufs offene Meer hinausfliegen. Lange galten die Vögel als Verwandte von Pelikanen und Tölpeln, doch DNA-Untersuchungen deuten eher auf eine Nähe zu Röhrennasen und Pinguinen hin, während andere Befunde wie die Eierschalenstruktur dem widersprechen, sodass die Verwandtschaft bis heute nicht endgültig geklärt ist. Fossilfunde aus dem Eozän in Wyoming zeigen frühe Verwandte mit Schwimmfüßen, die vermutlich noch tauchen konnten, ehe sich die heutige, rein fliegende Lebensweise entwickelte. Von den fünf heute anerkannten Arten ist der auf der Weihnachtsinsel endemische Weißbauch-Fregattvogel vom Aussterben bedroht, bedrängt durch frühere Lebensraumzerstörung und heute durch eine eingeschleppte Ameisenart, während der Adlerfregattvogel auf Ascension unter verwilderten Hauskatzen und Überfischung leidet. Auch die übrigen, weiter verbreiteten Arten sind vielerorts regional durch Jagd, Katzen oder militärische Nutzung ihrer Brutinseln gefährdet.
Ihr Name ist eine Anspielung auf Kriegsschiffe: Wie Fregatten überfallen sie andere und nehmen ihnen die Beute ab.
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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
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