Sport & Spiele
Zwischen dir und dem Himmel: ein paar Leinen
Gleitschirmfliegen entstand in den 1960er- und 70er-Jahren aus Experimenten mit Flächenfallschirmen, die zunächst von steilen Bergen wie dem Tegelberg oder Kitzbühel aus geflogen wurden, bevor sich ab den 1980er-Jahren eigens entwickelte Gleitschirme als eigenständiges Sportgerät durchsetzten. Die Ausrüstung besteht aus der Schirmkappe mit ihren luftgefüllten Profilkammern, dem Gurtzeug mit Protektor und einem Rettungsschirm für den Notfall, dazu kommen oft Variometer, GPS-Geräte und wetterfeste Kleidung samt Helm. Gestartet wird am Hang, an der Küste oder mit einer Schleppwinde, gesteuert wird über Bremsleinen und Gewichtsverlagerung, und wer länger in der Luft bleiben will, nutzt thermische oder dynamische Aufwinde, um wie im Segelflug Höhe zu gewinnen. Gelandet wird meist über eine festgelegte U-förmige Anflugroute, damit mehrere Piloten sich am Landeplatz nicht in die Quere kommen.
Die größte Gefahr ist das Einklappen der Kappe in Turbulenzen, weshalb Wetterkenntnis, Routenwahl und regelmäßiges Bodentraining einen großen Teil der Ausbildung ausmachen; dank verbesserter Sicherheitsstandards gilt der Sport inzwischen in manchen Ländern sogar nicht mehr als Risikosportart. Die Ausbildung mit Fluglizenz ist in den meisten Ländern vorgeschrieben, verläuft über Übungshang, Höhenflug- und schließlich Streckenflugausbildung und ist im Vergleich zu anderen Flugsportarten recht günstig, wobei sich die genauen Regeln von Land zu Land stark unterscheiden – während Deutschland und Österreich ihre Lizenzen angeglichen haben, verzichtet Frankreich fast ganz auf Vorschriften und Italien verlangt sogar eine eigene Genehmigung für Ausländer ohne Lizenz. Wer tiefer einsteigen will, kann zusätzlich ein Sicherheitstraining über Wasser absolvieren, bei dem Extremsituationen wie Klapper gezielt geübt werden.
Als Wettkampfsport wird vor allem das Streckenfliegen betrieben, daneben gibt es Punktlandung und die jüngere Disziplin Gleitschirmakrobatik, während eine olympische Bewerbung für 2020 nicht über die erste Phase hinauskam. Viele Piloten schätzen am Sport die Nähe zur Natur, die geringen Kosten und den geringen Platzbedarf beim Starten und Landen, auch wenn Autofahrten zum Startplatz und zurück ökologisch ins Gewicht fallen und Jäger immer wieder eine Störung von Wildtieren befürchten, was Studien allerdings nur in geringem Maß bestätigen konnten. Verwandt, aber technisch deutlich unterschieden, sind Fallschirmspringen, Hängegleiten und Segelfliegen, aus dem Gleitschirmsport selbst sind zudem die schnelleren Varianten Speed Flying und Speed Riding hervorgegangen.
Der Pilot h u00e4ngt nicht nur sitzend unter dem Schirm u2013 auch liegend im Gurtzeug wird geflogen.
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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
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