Musik, Film & Literatur
Zu buchtreu, fand die Presse – das Publikum sah es anders
Der erste Harry-Potter-Film erzählt, wie der Waisenjunge Harry mit elf Jahren erfährt, dass er ein Zauberer ist, nach Hogwarts kommt und dort mit seinen Freunden Ron und Hermine dem dunklen Magier Voldemort begegnet, der es auf den titelgebenden Stein der Weisen abgesehen hat. Regisseur Chris Columbus und Drehbuchautor Steve Kloves setzten die Romanvorlage sehr werktreu um, was vor allem Autorin Joanne K. Rowling durchsetzte: Sie bestand auf einer rein britischen Besetzung und mischte bei Regie-, Drehbuch- und Casting-Entscheidungen kräftig mit. Für die Hauptrolle wurden unter 40.000 Bewerbern unbekannte Kinder gecastet, während erfahrene britische Theaterschauspieler wie Robbie Coltrane, Alan Rickman und Richard Harris die Erwachsenenrollen übernahmen; gedreht wurde an echten britischen Orten wie King's Cross, Alnwick Castle und Oxford, ergänzt durch aufwendige Studio-Kulissen und frühe computergenerierte Effekte.
Die Presse reagierte gespalten: Gelobt wurden Schauspielensemble, Ausstattung und Effekte, kritisiert wurde dagegen, dass der Film zu viele Romandetails in schneller Folge abhake, ohne echte Atmosphäre oder Tiefe der Emotionen zu entwickeln, und dass John Williams' Musik als zu aufdringlich empfunden wurde. Eine genauere Analyse zeigt, dass gegenüber dem Buch vor allem gekürzt und die dunkleren, aufsässigeren Seiten der Figuren abgeschwächt wurden, wodurch der Film insgesamt harmloser und braver wirkt als die Romanvorlage. In Deutschland sorgte ausgerechnet die Altersfreigabe ab sechs Jahren für eine öffentliche Debatte über Okkultismus und Kindeswohl, in der Politiker und Kirchenvertreter Stellung bezogen, ohne dass sich daraus praktische Konsequenzen ergaben.
Trotz der gemischten Kritik wurde der Film zu einem der kommerziell erfolgreichsten Filme seiner Zeit, spielte weltweit fast eine Milliarde Dollar ein und brachte zusätzlich über Merchandising und Videoverkäufe enorme Summen ein. Er erhielt mehrere Oscar- und BAFTA-Nominierungen, gewann aber keinen der großen Preise. Als Startpunkt der insgesamt achtteiligen Filmreihe legte er mit Besetzung, Szenenbild, Kostümen und Musik die gestalterische Grundlage, auf der die folgenden Filme aufbauten, auch wenn spätere Regisseure der Reihe im Lauf der Jahre einen jeweils eigenen Stil gaben.
Die Filmmusik wurde von der Kritik überwiegend verrissen – und war am Ende eine der drei Oscar-Nominierungen des Films.
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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
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