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Daheim verboten, weltweit vertont – Heine blieb Außenseiter
Heinrich Heine wächst als Sohn eines Düsseldorfer Tuchhändlers in einer jüdischen, aufgeklärten Familie auf und stolpert erst über ein gescheitertes Handelsgeschäft, dann über ein wenig geliebtes Jurastudium in Bonn, Göttingen und Berlin, bis er sich der Dichtung verschreibt. Seine Promotion verbindet er mit einer Taufe zum Protestantismus, von der er sich bessere Berufschancen erhofft, die ihm aber die erhoffte gesellschaftliche Anerkennung nicht bringt – stattdessen wird er, etwa im bitteren Streit mit dem Dichter Platen, wegen seiner jüdischen Herkunft öffentlich angegriffen. Mit Werken wie der „Harzreise“ und dem „Buch der Lieder“ wird er berühmt, erfindet nebenbei mit seinen Reiseberichten und Zeitungsartikeln eine neue, leichte, politisch wache Prosaform, die bis heute das Feuilleton prägt.
Weil ihm die Zensur im Deutschen Bund zunehmend das Leben schwer macht, zieht er 1831 nach Paris und bleibt dort, zuletzt unter Publikationsverboten, bis zu seinem Tod im Exil. Von dort vermittelt er zwischen deutscher und französischer Kultur, schreibt für große Zeitungen beider Länder, pflegt Freundschaften mit Persönlichkeiten wie Karl Marx und wird zum geistigen Wegbereiter eines politisch engagierten, aber unabhängigen Schriftstellertums. Die Revolutionen von 1848 erlebt er mit wachsender Enttäuschung, weil ihm die deutschen Demokraten als zu schwach und die Pariser Verhältnisse bald als chaotisch erscheinen. Ab 1848 fesselt ihn eine schwere, bis heute nicht sicher diagnostizierte Nervenkrankheit acht Jahre lang ans Bett, seine selbst so genannte „Matratzengruft“, ohne dass seine literarische Schaffenskraft nachlässt.
Noch aus dem Krankenbett entstehen mit dem „Romanzero“ und weiteren Spätwerken einige seiner eindringlichsten Texte, bevor er 1856 in Paris stirbt. Sein Nachleben bleibt über ein Jahrhundert lang umstritten: Antisemitische und nationalistische Kreise verhindern jahrzehntelang würdige Denkmäler in deutschen Städten wie Düsseldorf oder Hamburg, während die Nationalsozialisten sein Werk unterdrücken und Denkmäler zerstören lassen. Nach 1945 wird er in der DDR früh als politischer Dichter gefeiert, in der Bundesrepublik dagegen lange nur zurückhaltend als Lyriker wahrgenommen, bis sich das Bild seit den 1970er Jahren wandelt. Kaum ein anderer deutscher Dichter wurde so oft vertont, in so viele Sprachen übersetzt und zugleich so hart angegriffen wie er, und bis heute wird diskutiert, wie seine jüdische Herkunft, sein Verhältnis zur Religion und sein politisches Engagement zusammenhängen.
Die Anfeindungen gegen Heine wegen seiner jüdischen Herkunft und seiner politischen Haltung hörten mit seinem Tod 1856 nicht auf – sie begleiteten seine Rezeption noch weit darüber hinaus.
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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
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