Morgenwunder

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Wir haben ihre Sprache entschlüsselt und stellen ihnen damit nach

Insektenpheromone sind Duftstoffe, mit denen Insekten untereinander kommunizieren, etwa um Partner zu finden, Nahrungsquellen zu markieren oder das Zusammenleben in Kolonien zu organisieren. Schon Bienenzüchter und Naturforscher wie Charles Butler oder Jean-Henri Fabre beobachteten solche Lockwirkungen lange bevor man wusste, was dahintersteckte. Den entscheidenden Nachweis erbrachte erst 1959 der Biochemiker Adolf Butenandt, der nach fast zwanzigjähriger Arbeit aus über 500.000 Seidenspinnern den Sexuallockstoff Bombykol isolierte und damit erstmals bewies, dass Insekten tatsächlich über chemische Stoffe kommunizieren. Zusammen mit Peter Karlson prägte er auch den Begriff Pheromon, der den älteren, unpassenderen Ausdruck Ektohormon ablöste.

In der Folge entstand ein ganzes System von Kategorien: Releaserpheromone lösen sofort ein Verhalten aus, etwa Anlocken oder Flucht, während Primerpheromone langsamer wirken und den Hormonhaushalt des Empfängers verändern, wie es bei Bienenköniginnen die Eierstockentwicklung der Arbeiterinnen unterdrückt. Je nach Funktion unterscheidet man außerdem Sexual-, Alarm-, Spur-, Aggregations- oder Markierungspheromone, die sich auch chemisch stark unterscheiden – von leichtflüchtigen, einfachen Alarmstoffen bis zu komplexen, schwerflüchtigen Cocktails für die Partnersuche. Viele Insekten stellen ihre Pheromone selbst aus Fettsäuren her, andere nehmen Ausgangsstoffe direkt aus Pflanzen auf, etwa Alkaloide, die zugleich als Fraßgift gegen Fressfeinde dienen. Die Wahrnehmung erfolgt über hochempfindliche Rezeptoren auf den Antennen, die schon auf einzelne Moleküle reagieren, wobei erst ein bestimmtes Mischungsverhältnis mehrerer Komponenten die richtige Reaktion auslöst.

Praktisch nutzt man dieses Wissen heute vor allem im Pflanzenschutz: Lockstofffallen und mit Pheromonen präparierte Fangbäume helfen etwa gegen Borkenkäfer, während die sogenannte Verwirrmethode durch großflächiges Ausbringen synthetischer Duftstoffe die Partnerfindung von Schädlingen stört und so ihre Vermehrung bremst. Auch Imker setzen ein künstliches Bienenpheromon ein, um Völker in neue Stöcke zu locken. Ein größeres Forschungsfeld ist inzwischen die Bekämpfung von Krankheitsüberträgern wie Malariamücken, bei denen Eiablagepheromone helfen sollen, Populationen gezielt in Fallen zu locken. Toxikologisch gelten die meisten Pheromone als unbedenklich, da nur winzige Mengen freigesetzt werden, wobei einzelne Stoffe wie Cantharidin in hoher Dosis durchaus giftig sein können.

Das erste jemals identifizierte Insektenpheromon war Bombykol, der Lockstoff des Seidenspinners – entschlüsselt 1959 vom Nobelpreisträger Adolf Butenandt.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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