Kuriose Geschichte · Menschen & Lebenswege
1945 verlor er alle Ämter, 1961 bekam er einen Orden
Ein Mann, der jüdische Kollegen konsequent aus der Wissenschaft drängte und Propaganda gegen England schrieb, wurde nach dem Krieg als Autor über bayerisches Volkstum wieder gern gelesen. Müllers wirksamstes Werk waren am Ende nicht seine Bücher zur NS-Zeit, sondern seine Memoiren, mit denen er sein eigenes Bild jahrzehntelang erfolgreich kontrollierte. Dass das funktionierte, lag auch an seinen Schülern, die eine kritische Prüfung seines Wirkens schlicht unterließen. Erst neuere Archivforschung hat dieser Selbstinszenierung etwas entgegenzusetzen – ein Lehrstück darüber, wie eine Disziplin ihre eigene Vergangenheit verwaltet.
Von 1935 bis 1944 gab Müller die renommierte Historische Zeitschrift heraus und war zugleich Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften – in der Geschichtswissenschaft nach 1945 spielte er dann überhaupt keine Rolle mehr.
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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
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