Weltall & Universum
Größer als Merkur – und zieht trotzdem schwächer an dir
Der Mars ist der vierte Planet von der Sonne aus, nur halb so groß wie die Erde und trägt seine rote Farbe wegen des Eisenoxid-Staubs, der Oberfläche und dünne Atmosphäre bedeckt. Er hat zwei winzige, unregelmäßige Monde, Phobos und Deimos, wobei Phobos dem Planeten so nah ist, dass er in einigen Millionen Jahren entweder abstürzt oder zu einem Ring wird. Die Marsatmosphäre besteht fast nur aus Kohlendioxid und ist so dünn, dass Wasser an der Oberfläche kaum flüssig bleiben kann, während gewaltige Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht herrschen. Seine Oberfläche ist stark zweigeteilt: im Süden altes, verkratertes Hochland, im Norden jüngere, glattere Tiefebenen, dazu die höchsten Vulkane und das größte Grabensystem des Sonnensystems.
Geologisch erzählt der Mars eine lange Geschichte von Wasser und Wandel: In frühen Jahrmilliarden gab es offenbar Flüsse, Seen und Deltas, wie Ablagerungen und Mineralien zeigen, die sich nur unter Einfluss von Wasser bilden. Später verlor der Planet durch den Sonnenwind seine dichtere Atmosphäre und sein globales Magnetfeld, weil im Inneren keine ausreichende Konvektion mehr stattfand, sodass er heute eine trockene Wüstenwelt ist. Trotzdem vermutet man noch heute große Mengen an Wassereis unter den Polkappen und womöglich flüssiges Wasser tief unter der Oberfläche, teils durch salzhaltige Substanzen wie Perchlorate stabilisiert. Sein Inneres gleicht dem der Erde mit Kruste, Mantel und Kern, wobei der Kern ungewöhnlich leicht und schwefelreich ist, was auf eine frühere Entstehung als die der Erde hindeutet.
Schon in der Antike beobachteten Babylonier und Ägypter den auffällig rötlichen Wandelstern, und spätere Astronomen wie Kepler oder Schiaparelli prägten mit ihren Beobachtungen – etwa den vermeintlichen „Kanälen“ – jahrzehntelange Spekulationen über eine Marszivilisation. Seit den 1960er-Jahren haben zahlreiche, teils gescheiterte Sonden den Planeten erkundet, von den ersten Vorbeiflügen der Mariner-Sonden über die Viking-Landungen bis zu modernen Rovern wie Curiosity und Perseverance, die nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens suchen. Bislang wurde weder intelligentes noch primitives Leben nachgewiesen, auch wenn manche Experimente vieldeutige Ergebnisse lieferten und irdische Extremorganismen simulierte Marsbedingungen überstanden haben. Der Rote Planet hat außerdem als Kriegsgott-Namensgeber und als Schauplatz zahlloser Romane, Filme und Mythen einen festen Platz in der menschlichen Vorstellungswelt behalten.
Die beiden kleinen, unförmigen Marsmonde heißen Phobos und Deimos – griechisch für Furcht und Schrecken. Entdeckt wurden sie erst 1877.
Den ganzen Artikel „Mars (Planet)“ auf Wikipedia lesen
Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
Jeden Morgen einer.
Ein Wikipedia-Artikel pro Tag, zu deiner Uhrzeit, aus den Themen, die du willst. Kostenlos, jederzeit abbestellbar.
Anmelden