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Prags U-Bahn folgt bis heute einer sowjetischen Blaupause
Die Prager Metro ist seit 1974 das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs der tschechischen Hauptstadt und besteht aus drei Linien, die sich in der Innenstadt zu einem Dreieck kreuzen – ganz nach sowjetischem Vorbild, mit dem auch die Bauweise und Technik vieler Stationen zu tun hat. Auf 65 Kilometern und 61 Stationen befördert sie täglich über eine Million Menschen, wobei die Bahnhöfe je nach Baujahr völlig unterschiedlich aussehen: manche schlicht gefliest, andere mit Marmor oder den typischen gewölbten Aluminiumkacheln aus den siebziger Jahren, die im Volksmund wegen ihrer Form einen eigenen Spitznamen tragen. Besonders tief liegt die Station Náměstí Míru mit 53 Metern, während die älteren Abschnitte der Linie C, ursprünglich für eine U-Straßenbahn geplant, viel oberflächennäher verlaufen. Eine Linie D ist seit den 2020er Jahren im Bau und soll als erste komplett fahrerlos betrieben werden.
Die Idee einer Untergrundbahn für Prag reicht bis 1898 zurück, als ein Eisenwarenhändler vorschlug, die ohnehin aufgerissenen Straßen für eine U-Bahn zu nutzen. Immer wieder gab es danach Pläne, Wettbewerbe und sogar fertige Projekte – etwa kurz vor und während der deutschen Besatzung – doch Krieg, fehlendes Geld und später die kommunistische Machtübernahme verhinderten jedes Mal den Baubeginn. Erst in den 1960er Jahren, als der Straßenverkehr endgültig kollabierte, entschied sich die Regierung für den Bau, zunächst als unterirdisch geführte Straßenbahn, ab 1967 dann als vollwertige U-Bahn mit sowjetischer Unterstützung bei Material und Technik. 1974 ging der erste Abschnitt der Linie C in Betrieb, die beiden anderen Linien folgten in den achtziger Jahren, wobei einige Stationen bis heute die ursprüngliche Planung für Straßenbahnbetrieb erkennen lassen, etwa durch unpraktische Seitenbahnsteige am Hauptbahnhof.
Einen schweren Einschnitt brachte das Jahrhunderthochwasser von 2002, das große Teile des Netzes überflutete und Schäden in Milliardenhöhe verursachte; besonders die moldaunahe Linie B blieb monatelang gesperrt, während die Stadt notdürftig mit Bussen und Straßenbahnen auskommen musste. Diskutiert wurde danach, ob Sicherheitstüren zu spät geschlossen worden waren. Heute arbeitet man an ganz anderen Problemen: Die Linie C soll mit automatischer Zugsteuerung aufgerüstet werden, um dichter fahren zu können, neue Fahrzeuge für bis zu 69 Züge sind ausgeschrieben, und für die im Bau befindliche Linie D wird sogar schon über eine spätere Ringlinie nachgedacht, deren Realisierung aber frühestens für die 2030er oder 2040er Jahre vorstellbar ist.
Die Metro ist nur einer von vielen Bausteinen des Prager Nahverkehrs: Dazu gehören auch Straßenbahnen, Obusse, Stadtbusse, Vorortzüge, die S-Bahn Esko, eine Seilbahn und Fähren.
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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
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