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Ein Jahr Weltmeister, 95 Partien ohne Niederlage

Michail Tal aus Riga wurde 1960 mit nur 23 Jahren Schachweltmeister, als er den Titelverteidiger Botwinnik in einem dramatischen Wettkampf besiegte – ein Rekord für den jüngsten Weltmeister bis dahin. Schon ein Jahr später verlor er den Titel im Revanchekampf wieder an Botwinnik, der sich weit akribischer vorbereitet hatte und körperlich fitter war. Tal litt sein Leben lang unter schweren Nierenproblemen, rauchte trotzdem viel und lebte exzessiv, was zu ständigen Formschwankungen führte und ihm mehrfach lange Turnierpausen und Operationen aufzwang. Berühmt wurde er als „Zauberer von Riga“ für einen halsbrecherischen, opferfreudigen Spielstil, der seine Gegner selbst dann in Bedrängnis brachte, wenn seine Kombinationen einer genauen Analyse gar nicht standhielten.

Auch nach dem Verlust der Krone blieb Tal über Jahrzehnte einer der stärksten Spieler der Welt: Er gewann sechsmal die sowjetische Meisterschaft, was ihn neben Botwinnik zum Rekordhalter macht, und stellte in den 1970er-Jahren mit 95 ungeschlagenen Partien in Folge eine der bis heute langlebigsten Serien im Spitzenschach auf. Immer wieder scheiterte er jedoch knapp an der erneuten Qualifikation für einen Weltmeisterschaftskampf, etwa im Kandidatenfinale 1965 gegen Spasski oder Jahrzehnte später gegen Timman. Mit der Zeit wandelte er seinen riskanten Angriffsstil in eine solidere, universellere Spielweise um, ohne seine Vorliebe für scharfe Stellungen ganz aufzugeben. Nebenbei machte er sich auch als kluger Schachautor und Kommentator einen Namen, dessen Bücher über seine eigene Karriere als Klassiker gelten.

Privat war Tal dreimal verheiratet, unter anderem mit der Sängerin Sally Landau, und hatte zwei Kinder; Weggefährten beschrieben ihn als warmherzig, witzig und im Alltag zugleich auffallend unbeholfen. Kollegen wie Kortschnoi berichteten, dass Tal wegen Konflikten mit sowjetischen Funktionären gelegentlich Auslandsreisen oder Nominierungen verwehrt blieben. Bis kurz vor seinem Tod 1992 in Moskau spielte er noch Turniere, obwohl seine Gesundheit zunehmend verfiel. Heute erinnern in Riga ein Denkmal, eine Straße und eine Briefmarke an ihn, und seit 2006 trägt ein Gedenkturnier in Moskau seinen Namen.

Zwischen Oktober 1973 und Oktober 1974 blieb Tal 95 Partien hintereinander ungeschlagen t eine der l tngsten Serien der Schachgeschichte, aufgestellt von dem Spieler, der f tr sein riskantes Spiel bekannt war.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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