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Deutschlands größter Nationalpark verschwindet zweimal täglich

Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer schützt seit 1985 den schleswig-holsteinischen Küstenstreifen der Nordsee zwischen der dänischen Grenze und der Elbmündung und ist mit über 4400 Quadratkilometern der größte Nationalpark Deutschlands. Er reicht von den Inseln und Halligen Nordfrieslands bis zu den Sandbänken des Dithmarscher Wattenmeers, wobei der Großteil der Fläche unter Wasser liegt oder nur zeitweise trockenfällt und vor allem aus Salzwiesen besteht. Besonders prägend sind riesige Seegraswiesen, Millionen rastende Zugvögel, die auf Trischen mausernden Brandgänse sowie Schweinswale, für die seit 1999 ein eigenes Schutzgebiet existiert. International ist das Gebiet gemeinsam mit den Nachbarparks in Niedersachsen, Hamburg, den Niederlanden und Dänemark als Weltnaturerbe und Biosphärenreservat anerkannt.

Die Gründung war alles andere als reibungslos: Schon in den 1960er-Jahren gab es erste Schutzforderungen, doch ein erster Gesetzentwurf scheiterte 1974 am Widerstand der Küstenbewohner, die sich von „Kiel aus“ bevormundet fühlten. Erst 1985 kam das Nationalparkgesetz zustande, und auch die große Erweiterung 1999 löste heftige Proteste aus, bis hin zu einem Konvoi von Krabbenkuttern vor dem Landtag und Eierwürfen auf den Umweltminister. Seitdem teilt sich der Park in eine streng geschützte Kernzone, eine Pufferzone mit erlaubtem Freizeitgenuss und Fischerei sowie eine als „nullgenutzt“ gedachte Referenzfläche, die allerdings wegen ihrer unglücklichen Lage bis heute kaum erforscht und sogar illegal befischt wurde. Verwaltet wird der Park zentral von Tönning aus, was lokale Politiker lange als Fremdbestimmung kritisierten, während Umfragen heute eine hohe Zustimmung der Anrainerbevölkerung zeigen.

Menschliche Nutzung bleibt trotz Schutzstatus allgegenwärtig: Fischerei, vor allem der Krabbenfang, sowie Muschelkulturen, Schafbeweidung der Salzwiesen, Schifffahrt zu den Inseln und sogar eine Ölbohrplattform mitten im Park prägen das Bild, während Windparks und neue Probebohrungen weiterhin umstritten sind. Der Küstenschutz genießt ausdrücklich Vorrang vor dem Naturschutz, da das heutige Wattenmeer überhaupt erst durch jahrhundertelange Eindeichung und Entwässerung seine Form erhalten hat. Tourismus ist die wirtschaftliche Haupteinnahmequelle der Region mit Millionen Übernachtungen und Tagesgästen, wobei unklar bleibt, wie stark der Nationalpark selbst zu diesem Erfolg beigetragen hat. Daneben wirken Altlasten wie im Meer versenkte Weltkriegsmunition, gelegentliche Militärtests und das ständige Risiko von Schiffsunglücken auf der stark befahrenen Nordsee als weniger sichtbare, aber reale Belastungen des Ökosystems.

68 Prozent der Fläche liegen unter Wasser, 30 Prozent fallen nur zeitweise trocken – echtes, dauerhaftes Land ist fast ausschließlich Salzwiese. Im nordfriesischen Teil ist das Watt stellenweise 40 Kilometer breit.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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