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Ohne Kopf, ohne Hals – und trotzdem ein Jahrhundertfund

Opisthocoelicaudia war ein Sauropode aus der späten Kreidezeit der Mongolei, bekannt durch ein außergewöhnlich vollständiges Skelett, dem allerdings Kopf und Hals fehlen. Mit geschätzten elf bis dreizehn Tonnen Gewicht war er für einen Sauropoden eher klein, hatte vermutlich einen mittellangen, waagerecht getragenen Hals und einen auffällig kurzen Schwanz mit nur etwa 35 Wirbeln. Namensgebend ist der besondere Bau dieser Schwanzwirbel, die vorne gewölbt und hinten hohl waren – ein Merkmal, das bei anderen verwandten Titanosauriern genau umgekehrt ausgeprägt ist. Auffällig ist zudem, dass dem Tier offenbar die für viele Titanosaurier typischen Hautknochenplatten fehlten und auch an den Vorderfüßen keine Fingerglieder mehr vorhanden waren, während die Hinterfüße gut entwickelte Zehen und Krallen trugen.

Entdeckt wurde das Skelett 1965 bei einer polnisch-mongolischen Expedition in einem abgelegenen Wüstengebiet, aus dem es nur mit großem technischem Aufwand über mehrere hundert Meter zu einer befahrbaren Stelle transportiert werden konnte. Bissspuren an Becken und Oberschenkel zeigen, dass Fleischfresser den Kadaver angefressen haben, was wohl auch erklärt, warum ausgerechnet Kopf und Hals fehlen. Ursprünglich hielt man das Tier für einen Verwandten von Camarasaurus, erst in den 1990er Jahren erkannte man anhand zahlreicher gemeinsamer Merkmale, dass es sich tatsächlich um einen hoch entwickelten Titanosaurier handelt, nahe verwandt mit dem nordamerikanischen Alamosaurus. Bis heute ist unter Forschern umstritten, wie genau diese beiden Gattungen mit anderen Titanosauriern wie Saltasaurus verwandt sind, und manche Studien kommen zu ganz unterschiedlichen Stammbäumen. Eine weitere offene Frage ist, ob Opisthocoelicaudia überhaupt eine eigenständige Gattung ist oder nicht in Wirklichkeit mit dem nur durch einen Schädel bekannten Nemegtosaurus identisch ist, da beide aus derselben Gesteinsschicht stammen und sich mangels überlappender Knochen nicht direkt vergleichen lassen.

Das Tier lebte in einer feuchten, von großen Flussläufen geprägten Landschaft, die im Gegensatz zu den trockeneren älteren Schichten der Region stand, auch wenn gelegentliche Dürreperioden nachweisbar sind. Es teilte sich diesen Lebensraum mit einer sehr vielfältigen Dinosaurierfauna, von gepanzerten Ankylosauriern über zahlreiche kleinere Raubsaurier bis zum gefürchteten Tarbosaurus, der wohl auch Opisthocoelicaudia erbeutete. Manche Forscher vermuten, dass der Schwanz dem Tier half, sich kurzzeitig auf die Hinterbeine zu stellen, etwa um höher wachsende Nahrung zu erreichen, wofür auch der Bau der Hüftpfanne spricht. Seltene fossile Fußspuren aus derselben Region, darunter ein gut erhaltener Abdruck mit sichtbarem Hautmuster, werden von manchen Wissenschaftlern ebenfalls dieser Gattung zugeschrieben, auch wenn das letztlich nicht sicher zu beweisen ist.

Das einzige bekannte Skelett lag teilweise noch im anatomischen Verbund – nur Hals und Schädel fehlten. Sein nächster Verwandter könnte der nordamerikanische Alamosaurus sein.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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