Morgenwunder

Weltall & Universum

Der Fleck unter Orions Gürtel ist ein Sternhaufen im Rohbau

Der Orionnebel, auch M 42 genannt, ist eine gewaltige Gas- und Staubwolke im Sternbild Orion, die du unter guten Bedingungen sogar mit bloßem Auge als nebligen Punkt im Schwert des Jägers erkennen kannst. Er liegt gut 1350 Lichtjahre entfernt und besteht größtenteils aus Wasserstoff, der von jungen, extrem leuchtkräftigen Sternen zum Leuchten angeregt wird – allen voran von einem Stern namens Theta-1 Orionis C, der über 200.000-mal heller strahlt als unsere Sonne. Weil hier gerade aktiv neue Sterne entstehen, gilt der Nebel als eines der besterforschten Sternentstehungsgebiete überhaupt, und man geht davon aus, dass daraus einmal ein offener Sternhaufen wie die Plejaden hervorgeht. Noch vor rund 50.000 Jahren war er von der Erde aus gar nicht sichtbar, weil die jungen Sterne vollständig in ihrer Geburtswolke verborgen lagen, bis deren Strahlung das Gas teilweise verdampfte und eine Lücke freilegte.

Spannend ist, wie lange die Menschheit trotz der guten Sichtbarkeit brauchte, die besondere Struktur überhaupt zu bemerken: Antike und arabische Sternkataloge verzeichneten an dieser Stelle nur einen gewöhnlichen Stern. Erst mit den ersten Fernrohren im 17. Jahrhundert, etwa durch Christiaan Huygens, wurde die nebelige Natur erkannt, und Beobachter wie Galileo Galilei stellten fest, dass der vermeintliche Zentralstern in Wirklichkeit aus mehreren Sternen besteht, die später als Trapezhaufen bekannt wurden. Im 19. Jahrhundert zeigte die Spektroskopie, dass es sich um glühendes Gas handelt, und man rätselte lange über Temperatur, Zusammensetzung und mögliche Veränderungen der Form, bis Fotografien ab 1880 zeigten, dass sich die äußere Gestalt kaum wandelt. Mit besseren Teleskopen, Infrarottechnik und schließlich dem Hubble-Teleskop ließen sich immer mehr Details sichtbar machen, von Hunderten jungen Sternen über Protosterne bis hin zu Braunen Zwergen und sogar Objekten von nur wenigen Jupitermassen. Auch die Entfernung des Nebels wurde über ein Jahrhundert hinweg immer wieder neu und mit wachsender Genauigkeit vermessen, zuletzt per Radioteleskop-Triangulation und mit dem Gaia-Satelliten.

Für Hobbyastronomen ist der Orionnebel ein dankbares Beobachtungsobjekt: Schon ein einfaches Fernglas zeigt die vier hellen Trapezsterne und erste Nebelstrukturen, während größere Teleskope die charakteristische grün-bläuliche Färbung und feinere Details wie dunkle Kanäle sichtbar machen. Am besten lässt er sich in den Wintermonaten beobachten, wenn er abends hoch am Südhimmel steht. Über die reine Astronomie hinaus hat der Nebel auch kulturell Spuren hinterlassen, etwa in Enzyklopädien, Computerspielen, auf Briefmarken und in der Mythologie der Maya, die ihn mit dem Rauch einer Feuerstelle oder einer Fackel in Verbindung brachten. So verbindet dieses eine Fleckchen Himmel jahrhundertealte Beobachtungsgeschichte mit aktueller Forschung zur Entstehung von Sternen und Planeten.

Der Stern θ¹ Orionis C1, der den Nebel hauptsächlich zum Leuchten bringt, hat mehr als die 200.000-fache Leuchtkraft unserer Sonne. Der direkt daneben liegende De-Mairan-Nebel zählt trotzdem nicht dazu – er wird von einer anderen Quelle ionisiert.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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