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Norwegens einzige U-Bahn war mal ein Flickwerk aus Straßenbahnen
Die Oslo T-bane ist Norwegens einzige U-Bahn und bringt es heute auf gut 86 Kilometer Streckenlänge mit über 100 Stationen, von denen aber nur ein kleiner Teil wirklich unterirdisch liegt – der Rest sind ehemalige Vorort- und Straßenbahnstrecken, die nach und nach umgebaut wurden. Alle Linien laufen durch einen gemeinsamen Innenstadttunnel und treffen sich an einer Station mit dem Hauptbahnhof. Betrieben wird das Netz von einer Tochtergesellschaft des städtischen Verkehrsunternehmens, koordiniert von der Verkehrsgesellschaft Ruter, wobei die Fahrgeldeinnahmen nur etwa die Hälfte der Kosten decken. Mit rund 120 Millionen Fahrgästen jährlich ist die U-Bahn nach dem Busnetz das zweitwichtigste Verkehrsmittel der Stadt.
Die Geschichte beginnt nicht mit einer U-Bahn, sondern mit einzelnen Vorortbahnen im Westen und Straßenbahnlinien im Osten der Stadt, die über Jahrzehnte unabhängig voneinander entstanden, etwa die Bahn zum Skisprungberg Holmenkollen oder die Linie ins Neubaugebiet Lambertseter. Erst ab den 1950er-Jahren fasste die Stadt den Plan, vor allem die östlichen Straßenbahnstrecken in ein echtes Tunnelbahn-System umzuwandeln, mit eigenem Gleiskörper, Stromschienen statt Oberleitung und einem neuen Verbindungstunnel durchs Zentrum, der 1966 eröffnet wurde. Die östlichen Linien bekamen so nach und nach echten U-Bahn-Charakter, während im Westen die alten Vorortbahnen noch lange mit Oberleitung weiterfuhren und technisch ein anderes System blieben. Erst in den 1990er-Jahren gelang die Verbindung beider Netzhälften, als die Weststrecken auf Stromschienenbetrieb umgerüstet wurden und 1993 die erste durchgehende Linie von Ost nach West in Betrieb ging. Danach entstand noch ein nördlicher Ring ums Zentrum, und einzelne Strecken wie die umstrittene Kolsåsbahn wurden zwischenzeitlich sogar eingestellt und erst nach jahrelangem Streit und Umbau wiedereröffnet.
Heute fährt auf den meisten Linien die seit 2005 gebaute, in Wien gefertigte Baureihe MX3000, die ältere Fahrzeuggenerationen komplett abgelöst hat und inzwischen in großer Stückzahl im Einsatz ist; eine neue Baureihe namens M4000 soll ab Ende der 2020er-Jahre hinzukommen und später sogar vollautomatisch fahren können. Geplant sind außerdem ein zweiter Innenstadttunnel, die neue Fornebubahn Richtung Flughafengebiet sowie mehrere Streckenverlängerungen in den Außenbezirken, dazu eine komplette Erneuerung der Signaltechnik für mehr Kapazität. Ältere Baureihen wie die charakteristischen Fahrzeuge mit schmalen Führerständen oder die technisch anfällige, bei Personal unbeliebte Baureihe T2000 sind inzwischen ausgemustert, einzelne Exemplare aber museal erhalten geblieben. Insgesamt zeigt die Geschichte der T-bane, wie aus einem Flickenteppich alter Vorort- und Straßenbahnen durch jahrzehntelangen schrittweisen Umbau ein zusammenhängendes modernes Nahverkehrssystem wurde.
T-bane ist schlicht die Kurzform von „Tunnelbane“ – und in ganz Norwegen trägt kein zweites System diesen Namen.
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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
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