Musik, Film & Literatur · Menschen & Lebenswege
Der Geigenvirtuose, der das Publikum gegen die Druckerpresse tauschte
Locatelli reist als gefeierter Virtuose durch Italien und Deutschland – und lässt sich dann ausgerechnet in Amsterdam nieder, weil dort die Musikverlage sitzen. Statt großer Säle gibt es Konzerte im eigenen Haus, für wohlhabende Liebhaber; die eigentliche Reichweite entsteht auf Papier. Musikalisch steht er auf einer Kippe: Man hört schon galante Töne, und in manchen Sätzen zeichnet sich etwas ab, das später zum klassischen Sonatenhauptsatz wird. Sein Nachleben ist genauso schief – vergessen war er nie, richtig gehört wurde er erst wieder, als die Schallplatten kamen.
Am stärksten nachgewirkt haben nicht seine Konzerte, sondern die extrem schwierigen Capricci für Violine allein. Einem breiteren Publikum wurde seine Musik trotzdem erst ab den 1980er-Jahren durch Schallplatten vertraut.
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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
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