Morgenwunder

Erde & Orte

Der größte See der Schweiz liegt 50 Kilometer östlich von Berlin

Der Schermützelsee bei Buckow, rund fünfzig Kilometer östlich von Berlin, ist mit 137 Hektar der größte See der Märkischen Schweiz und liegt eingebettet in eine eiszeitliche Rinne unterhalb eines auffällig steilen Hangs. Er reicht fast vierzig Meter in die Tiefe und speist sich vor allem aus Grundwasser und einem kleinen Zufluss, was ihm eine stabile Schichtung und ein nährstoffarmes, klares Wasser beschert, das regelmäßig als ausgezeichnet bewertet wird. Pfahlbauten aus der frühen Eisenzeit zeugen von einer sehr alten Besiedlung der Ufer, und der Name geht vermutlich auf ein slawisches Wort für den Faulbaum zurück. Über Jahrhunderte gehörte das Gewässer einem Nonnenkloster, wurde danach unter mehreren Gutsherren aufgeteilt und kam erst in den 1920er Jahren vollständig in den Besitz der Stadt Buckow, die ihn den umliegenden Dörfern mühsam abkaufen musste.

Als Herzstück des gleichnamigen Naturparks ist der See heute Schutzgebiet für seltene Fische wie Bitterling und Steinbeißer, für Biber und den bedrohten Fischotter sowie für zahlreiche Vogelarten in seinen Schilfzonen. Unterwasser wachsen ungewöhnliche Pflanzengesellschaften wie Armleuchteralgen und das eigentlich alpine Faden-Laichkraut, während Plankton und Fischbestände in Studien immer wieder genau vermessen wurden, um den mäßig nährstoffreichen, mesotrophen Zustand des Wassers zu belegen. Wie das Becken überhaupt entstand, ist unter Fachleuten bis heute umstritten: Manche sehen es als Folge einschmelzender Toteisblöcke, andere datieren das Becken älter als die letzte Eiszeit. Rund um den See führt ein etwa 7,5 Kilometer langer Wanderweg, der über einen Panoramapfad durch schluchtenartige Kehlen und an Gründerzeitvillen vorbeiführt.

Touristisch lebt der Ort seit der Eröffnung einer Kleinbahn Ende des 19. Jahrhunderts und seit dem 1911 gebauten Strandbad, dessen hölzerner Sprungturm 2010 originalgetreu erneuert wurde. Ausflugsschiffe wie die alte Hamburger Alsterdampferin Scherri kreuzen heute auf dem See, während private Motorboote aus Naturschutzgründen verboten sind und stattdessen Segler und ein Solarboot unterwegs sind. Am Ostufer liegt das Brecht-Weigel-Haus, in dem Bertolt Brecht und Helene Weigel ab 1952 ihre Sommer verbrachten und Brecht dort seine kritischen Buckower Elegien über den Aufstand von 1953 schrieb. Schon Theodor Fontane beschrieb die Gegend begeistert, und um den See ranken sich Sagen von einer versunkenen Stadt, die manche mit den tatsächlich gefundenen Pfahlbauresten in Verbindung bringen.

Der Name Schermützel geht sehr wahrscheinlich auf das slawische Wort für den Faulbaum zurück – ein Strauch als Namensgeber für den größten See der Region.

Den ganzen Artikel „Schermützelsee“ auf Wikipedia lesen

Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

Jeden Morgen einer.

Ein Wikipedia-Artikel pro Tag, zu deiner Uhrzeit, aus den Themen, die du willst. Kostenlos, jederzeit abbestellbar.

Anmelden