Kunst & Architektur
Die Fassade lag jahrzehntelang im Lager, bevor sie zurückkam
Eines der größten vierflügeligen Schlösser nördlich der Alpen zerfiel im 19. Jahrhundert so weit, dass Teile einstürzten oder abgerissen werden mussten – gerettet wurde vor allem der Bauschmuck, eingelagert als „Steinerner Schatz“. Genau dieser Bruch macht den Bau heute interessant: Weil ab 1985 eine Bürgerinitiative den Abriss stoppte und die Stadt Gelsenkirchen umfangreiche Grabungen und Untersuchungen finanzierte, gilt Schloss Horst als eines der besterforschten Renaissancebauwerke Nordwestdeutschlands. Der Steinmetzstil, der hier entstand, wurde so prägend, dass man von einer eigenen „Horster Bauschule“ spricht. Und heute heiratet man in dem, was von einem Ruinenfeld übrig blieb.
Auf der sumpfigen Insel zwischen zwei Emscherarmen stand schon im 11. Jahrhundert eine Hofstelle – ihre Bewohner fingen möglicherweise die halbwilden Emscherbrücher Dickköppe.
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