Morgenwunder

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Für Berlin abgerissen, seit 1995 Meter für Meter zurückgeholt

Die Schmalspurbahn zwischen Goßdorf-Kohlmühle und Hohnstein in der Sächsischen Schweiz war ein jahrzehntelanges Politikum, bevor sie 1897 überhaupt eröffnet wurde: Hohnstein lag abseits der großen Verkehrswege, mehrere Bahnprojekte durchs Polenztal scheiterten an Kosten, Geländeform und sogar am Einspruch eines Prinzen, der die Landschaft nicht zerschnitten sehen wollte. Erst der Vorschlag, die Trasse durchs Schwarzbachtal zu führen, setzte sich durch, und nach zähem Streit um den genauen Bahnhofsstandort wurde 1896 mit hunderten Arbeitern gebaut, inklusive zweier Tunnel und mehrerer Betonbrücken. Im Betrieb blieb die Bahn allerdings chronisch unrentabel: Das erhoffte Güteraufkommen und die erwartete Industrieansiedlung blieben aus, und selbst der Reiseboom, den die riesige Jugendherberge auf der Burg Hohnstein in den 1920er und 1930er Jahren brachte, konnte das nicht dauerhaft ausgleichen. Spätestens mit dem Ausbau der parallelen Straße und der Konkurrenz durch Busse war ihr Schicksal eigentlich schon in den 1930er Jahren besiegelt.

Den Zweiten Weltkrieg überstand die Strecke unbeschadet und erlebte danach sogar kurz neuen Verkehr, weil die zerstörte Nachbarbahn Umleitungen brauchte, doch fehlende Lokomotiven und Reparationsforderungen der sowjetischen Besatzungsmacht schränkten den Betrieb stark ein. 1951 ordnete die Reichsbahn den Abbau an, offiziell um Material für einen Berliner Ringbahnbau zu gewinnen – eine Begründung, die sich im Nachhinein als unplausibel erweist, weil die schmalen Schienenprofile dort technisch gar nicht passten. Wohin das Material tatsächlich ging, ist bis heute nicht geklärt, wahrscheinlich wurde es auf anderen Schmalspurstrecken wiederverwendet. Zurück blieben nur Hochbauten und Brücken, während die Gemeinden das Gelände erst 1962 endgültig übernahmen.

Seit 1995 kümmert sich ein Verein um den Wiederaufbau als Museumsbahn und hat dafür Stück für Stück neue Gleise, Brücken und den originalgetreu hergerichteten Bahnhof Lohsdorf geschaffen, wo inzwischen wieder Dampfzüge zu besonderen Terminen fahren. Die Fortschritte gehen aber nur langsam voran, weil sich frühere Pläne, etwa der Erwerb einer historischen Dampflok oder der komplette Wiederaufbau bis Goßdorf-Kohlmühle, bislang nicht erfüllt haben. Gerade der landschaftlich reizvollste Abschnitt zum Ausgangsbahnhof wurde 2019 von den Behörden aus Naturschutzgründen abgelehnt, weil das Tal heute als besonders ruhig und ungestört gilt. Bis 2028 will der Verein wenigstens den Abschnitt bis Unterehrenberg fertig aufgebaut haben, während die alte Trasse ansonsten größtenteils als Wanderweg durch die gut erhaltenen Tunnel und Brücken führt.

Die Bahn fuhr von 1897 bis 1951 – der Wiederaufbau als Museumsbahn läuft seit 1995 und ist noch lange nicht am Ziel.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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