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Die 115. Shuttle-Mission hieß STS-121 – die Zahlen passten nie

STS-121 war im Juli 2006 der zweite Flug der Discovery nach dem Columbia-Unglück und sollte endgültig beweisen, dass sich die Shuttles wieder sicher starten lassen. Besonders im Fokus stand der Außentank, von dem sich beim Vorgängerflug noch gefährliche Schaumstoffstücke gelöst hatten – diesmal verzichtete die NASA sogar auf bestimmte Isolierungsschwellen, um das Risiko zu verringern. Die Vorbereitungen zogen sich dadurch über Monate hin, zumal der Hurrikan Katrina die Fabrik des Tankherstellers verwüstete und immer neue Probleme an Sensoren und Isolierung auftauchten. An Bord waren sechs Astronauten, dazu brachte die Mission den deutschen Raumfahrer Thomas Reiter als drittes Dauer-Crewmitglied zur ISS, wo seit Jahren nur zwei Personen gelebt hatten.

Im All verbrachte die Besatzung viel Zeit damit, den Hitzeschild der Discovery mit einem langen Inspektionsarm zentimeterweise abzutasten, um auch kleinste Schäden auszuschließen. Bei drei Außenbordeinsätzen testeten die Astronauten zudem, ob sich zwei Roboterarme zu einer stabilen, 30 Meter langen Konstruktion verbinden lassen, auf der ein Mensch nahe an beschädigte Stellen herangebracht werden könnte. Dabei probierten sie auch eine neue Spachtelmasse aus, mit der sich Risse in den empfindlichen Kacheln im Weltraum reparieren lassen sollen. Nebenbei reparierten sie ein kaputtes Kabel des Transportwagens für den ISS-Roboterarm und brachten eine Ersatzpumpe für das Kühlsystem der Station in Stellung. Ein Großteil der Arbeit bestand jedoch aus der eher unspektakulären Aufgabe, über vier Tonnen Fracht aus dem Logistikmodul Leonardo in die Station umzuladen.

Der Start selbst verzögerte sich wegen schlechten Wetters zweimal um insgesamt mehrere Tage, bevor die Discovery am 4. Juli abhob – wieder lösten sich kleine Teile vom Tank, darunter eine große Eisplatte, die zunächst für ein Stück Hitzeschild gehalten wurde. Während der Mission bereiteten außerdem kleine Störungen an zwei Hydraulikaggregaten kurz Sorgen, erwiesen sich aber als ungefährlich für die Landung. Nach rund neun Tagen an der Station kehrte die Discovery zur Erde zurück und musste wegen aufziehendem Regen kurzfristig von einer anderen Richtung aus landen als geplant. Am Ende zählte man deutlich weniger Beschädigungen an den Hitzeschutzkacheln als beim Flug zuvor, weshalb die NASA die Mission als vollen Erfolg wertete und den Weg für reguläre Shuttle-Flüge zur ISS wieder frei sah.

Der Start fiel auf den 4. Juli, den US-Nationalfeiertag – eine Raumfähre namens Discovery, die ihren 32. Flug ausgerechnet am Unabhängigkeitstag begann.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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