Krieg & Konflikt · Erfindungen & Technik
Gebaut fürs Militär, berühmt wurde sie mit Hilfsflügen nach Afrika
Die Transall C-160 ist ein taktisches Transportflugzeug, das Deutschland und Frankreich ab Ende der 1950er Jahre gemeinsam entwickelten, weil beide Luftwaffen die alternde Noratlas ersetzen mussten. Aus unterschiedlichen nationalen Vorstellungen – viermotorige amerikanische Vorbilder auf deutscher, zweimotorige Langstreckenideen auf französischer Seite – entstand schließlich ein zweimotoriger Entwurf mit Propellerturbinen, dessen erste Prototypen 1963 flogen. Die Beschaffung war politisch umstritten, weil mit der amerikanischen C-130 Hercules eine bereits bewährte Alternative existierte, sich Deutschland aber aus Rücksicht auf Frankreich und wegen der Starfighter-Affäre für die Eigenentwicklung entschied. In Serie gebaut wurde das Flugzeug von einem Firmenverbund aus drei Werken, wobei jedes einen Teil der Zelle fertigte und montierte, später kam mit der C-160NG eine modernisierte zweite Generation hinzu, unter anderem mit Luftbetankung.
Technisch zeichnet sich die Transall durch ihre Fähigkeit aus, auf kurzen, unbefestigten Pisten zu starten und zu landen, was Steilanflüge mit bis zu 20 Grad und ein robustes Fahrwerk mit Niederdruckreifen voraussetzt. Der druckbelüftete Laderaum war für Paletten, Fahrzeuge, Fallschirmspringer oder verwundete Soldaten ausgelegt und ließ sich über eine Heckrampe im Flug öffnen, um Lasten ohne Fallschirm aus geringer Höhe abzuwerfen, ein Verfahren, das durch Hilfseinsätze in Afrika als „Afrika-Verfahren“ bekannt wurde. Über die Jahrzehnte wurde die Avionik mehrfach modernisiert, etwa durch GPS und Trägheitsnavigation, wodurch der Bordnavigationsfunker überflüssig wurde, und ab den 1990ern erhielten einige Maschinen wegen der Balkan- und Afghanistaneinsätze zusätzlichen Selbstschutz gegen Raketen. Neben den Standardversionen gab es seltene Spezialausführungen wie die französische Astarté-Version zur U-Boot-Kommunikation oder Aufklärungsflugzeuge mit zahlreichen Antennen.
Im Einsatz wurde die Transall vor allem durch humanitäre Flüge nach Afrika bekannt, etwa während der Hungersnot in Äthiopien, daneben flog sie aber auch in bewaffneten Missionen wie dem ersten deutschen Auslandseinsatz in Somalia, im Bosnienkrieg unter teils heftigem Beschuss und später in Afghanistan und Mali, wo Hitze und Höhenlage die Nutzlast stark einschränkten. Insgesamt kam es bis 2022 zu 15 Totalverlusten mit 73 Toten, darunter Abstürze durch Navigationsfehler, Vereisung oder technische Defekte. Nach jahrzehntelangem Dienst wurde sie bei Deutschland 2021 und bei Frankreich 2022 durch den Airbus A400M abgelöst, während die Türkei sie noch länger nutzte; einzelne Maschinen fliegen inzwischen zivil als Löschflugzeuge weiter, viele andere stehen heute als Ausstellungsstücke in Museen und auf Fliegerhorsten.
Der Name ist reine Buchhaltung: C steht für Cargo, die 160 für die Flügelfläche von 160 Quadratmetern.
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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
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