Erde & Orte · Kunst & Architektur
Kaum auf dem H dhepunkt, schon verlassen
Uxmal war eine der bedeutendsten Städte der Maya auf der Halbinsel Yucatán, deren Ruinen bis heute von der markanten „Pyramide des Zauberers“ und dem mächtigen Gouverneurspalast überragt werden. Die Stadt erlebte ihre Blütezeit erst spät, im 9. und frühen 10. Jahrhundert, unter einem Herrscher namens Chaak, von dem fast alle datierbaren Inschriften stammen – davor und danach bleibt die Geschichte erstaunlich dunkel. Schon ein bis zwei Jahrhunderte nach ihrer Hochphase wurde Uxmal verlassen, wobei einfache Bauten aus Holz und Palmblättern zeigen, dass noch eine kleinere Bevölkerung blieb, bevor auch sie verschwand. Spätere Chroniken erzählen von der Familie Xiu, die angeblich hier siedelte und später nach Maní zog, doch diese Berichte gelten als wenig verlässlich und widersprechen sich in den Details.
Du erfährst, dass die moderne Erforschung erst im 19. Jahrhundert mit Reisenden wie Waldeck und später Stephens und Catherwood begann, deren Zeichnungen die Ruinen in Europa bekannt machten – wertvolle Holzbalken mit Hieroglyphen, die Stephens mitnahm, verbrannten später in New York. Erst ab den 1930er-Jahren folgten systematische Vermessungen und seit den 1940ern dauerhafte Restaurierungen, die bis heute nur einen Teil der insgesamt über zehn Quadratkilometer großen Stadt zugänglich gemacht haben, während der Rest im Wald verborgen bleibt. Die Forschung stützt sich vor allem auf die Architekturgeschichte, weil Hieroglypheninschriften rar sind und kaum Aufschluss über politische Verhältnisse geben; ungeklärt bleibt etwa, welches Herrschaftsgebiet Uxmal kontrollierte und wie das Verhältnis zur rivalisierenden Stadt Chichén Itzá tatsächlich aussah.
Architektonisch prägen große, von langen Palastbauten umrahmte Höfe das Bild, ergänzt durch rätselhafte „C-förmige“ Gebäude ohne Vorderwand, deren Zweck bis heute unklar ist. Zu den zentralen Komplexen zählen neben Pyramide und Gouverneurspalast das reich verzierte Nonnenviereck mit seinen vier Palästen, ein Ballspielplatz und mehrere weitere Hofanlagen wie das Taubenhaus oder der Friedhofskomplex mit Reliefs von Schädeln und Kriegsszenen. Auffällig ist der aufwendige Fassadenschmuck aus Stufenmäandern, Schlangenmotiven und den charakteristischen Masken des Regengottes Chaac, der sich am Gouverneurspalast in besonderer Dichte zeigt. Ein Hurrikan beschädigte die Hauptpyramide so stark, dass sie heute aus Sicherheitsgründen nicht mehr bestiegen werden darf, während weite Teile der Stadt, darunter die ältere Nordgruppe, bis heute unausgegraben und für Besucher gesperrt sind.
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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
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