Morgenwunder

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Ein Stern explodierte – und verriet, was Pulsare wirklich sind

Die Vela-Supernova ist die Explosion eines Sterns im Sternbild Segel des Schiffs, die sich vor einigen tausend Jahren in nur rund 290 Parsec Entfernung ereignet hat und damit zu den erdnächsten bekannten Supernovae zählt. Übrig geblieben sind zwei Dinge: eine sich stetig ausdehnende Gaswolke, der Vela-Supernovaüberrest, der inzwischen rund 40 Parsec misst, und im Zentrum ein extrem schnell rotierender Neutronenstern, der Vela-Pulsar. Dessen Entdeckung 1968 lieferte den ersten direkten Beleg dafür, dass Pulsare rotierende Neutronensterne sind, die aus Supernovae entstehen und durch ihr starkes, geneigtes Magnetfeld die charakteristischen Strahlungspulse erzeugen. Weil Nebel und Pulsar so nah und hell sind, ließen sich an ihnen erstmals viele Phänomene beobachten, etwa die plötzlichen Sprünge in der Rotationsgeschwindigkeit, sogenannte Glitches, aus denen sich Rückschlüsse auf das Innenleben des Sterns ziehen lassen.

Seit der Entdeckung um 1960 wurde vor allem intensiv an Entfernung und Alter der Vela-Supernova geforscht, wobei sich die Schätzungen über Jahrzehnte stark verschoben haben. Frühere Werte lagen oft bei 500 Parsec oder mehr, bis Parallaxenmessungen um das Jahr 2000 die heute akzeptierten rund 290 Parsec ergaben. Beim Alter driften unterschiedliche Methoden – über Rotationsverlangsamung des Pulsars, Nebelausdehnung oder Röntgenspektroskopie – teils stark auseinander, mit Werten zwischen etwa 3.500 und 35.000 Jahren, wobei neuere Analysen ein höheres Alter als die früher oft zitierten 11.400 Jahre nahelegen. Auch Masse und Aufbau von Vorgängerstern, Nebel und Pulsar wurden immer wieder neu berechnet, zuletzt sogar mit Hinweisen auf einen flüssigen Ozean, eine feste Kruste und einen supraleitenden Kern im Inneren des Neutronensterns. Beobachtbar ist das Objekt nur von der Südhalbkugel aus, wo Amateurastronomen mit langen Belichtungszeiten eindrucksvolle Aufnahmen des Nebels gelingen.

Außerhalb der Fachwelt hat die Vela-Supernova ebenfalls Spuren hinterlassen: Ihre Röntgenaufnahmen zierten eine deutsche Briefmarke, die Pulssignale des Pulsars wurden in Musikstücke umgesetzt, und in Science-Fiction-Erzählungen taucht der Pulsar als besonders gefährliche Strahlungsquelle auf. Immer wieder diskutiert wurde auch, ob Menschen der Vorzeit die Explosion beobachtet und in Schriften oder Felszeichnungen festgehalten haben, etwa in sumerischen Texten oder bolivianischen Petroglyphen – Nachprüfungen konnten solche Verbindungen aber meist nicht bestätigen. Umstritten bleibt zudem, ob Strahlung der Supernova das Erdklima beeinflusst oder einen auffälligen Anstieg von radioaktivem Kohlenstoff in der Atmosphäre vor rund 12.800 Jahren mitverursacht haben könnte. Diese Fragen sind bis heute nicht abschließend geklärt.

Der Vela-Pulsar dreht sich mehr als elfmal pro Sekunde, und aus seiner Umgebung wurden Photonen mit etwa der zehnbillionenfachen Energie sichtbaren Lichts nachgewiesen.

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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.

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