Krieg & Konflikt · Menschen & Lebenswege
Acht Pr täsidenten, f tünf Jahrzehnte t- und lange kein Name
Vernon A. Walters war ein US-amerikanischer Militär, Geheimdienstmann und Diplomat, der über fünfzig Jahre lang acht Präsidenten diente und dabei fast überall auf der Welt im Kampf gegen den Kommunismus mitmischte. Als Sohn britischer Einwanderer wuchs er in Frankreich und England auf, sprach schon als Kind mehrere Sprachen und kehrte mit sechzehn ohne Schulabschluss in die USA zurück. Genau diese Sprachbegabung katapultierte ihn im Zweiten Weltkrieg vom Militärpolizisten zum Dolmetscher hoher Generäle, an der Seite von Mark Clark in Italien und später sogar für Präsident Truman. Über Jahrzehnte blieb er ohne feste Behörde ein gefragter Vermittler, der Marshallplan-Chef Averell Harriman ebenso begleitete wie Eisenhower und Nixon, und er verhandelte in Krisen von Korea über den Iran bis Südamerika.
Als Militärattaché in Rom, Brasilia und Paris geriet Walters immer wieder in die Nähe heikler Umsturzpläne: In Italien wird ihm eine Rolle bei Putschvorbereitungen nachgesagt, in Brasilien war er nachweislich in die Vorbereitung des Militärputsches von 1964 eingeweiht, obwohl er das später unter Eid abstritt. In Paris organisierte er heimlich Kissingers Geheimgespräche mit Nordvietnam, die schließlich zum Rückzug der Amerikaner führten. Als stellvertretender CIA-Direktor ab 1972 geriet er mitten in die Watergate-Affäre, als das Weiße Haus versuchte, ihn zur Behinderung der FBI-Ermittlungen zu missbrauchen; Walters zog sich davon zurück und trug zur Aufklärung bei. In seine Amtszeit fielen zugleich der Putsch gegen Allende in Chile, die Nelkenrevolution in Portugal, der Stellvertreterkrieg in Angola und die mörderische Operation Condor in Lateinamerika, deren genaue persönliche Verantwortung bis heute schwer zu bestimmen ist.
Unter Reagan reiste Walters als globaler Sonderbotschafter fast durch die ganze Welt, verhandelte in Nicaragua, Guatemala, am Golf und unterstützte gemeinsam mit dem Vatikan die polnische Gewerkschaft Solidarność. Als UN-Botschafter verteidigte er die amerikanischen Luftangriffe auf Libyen und setzte sich, anders als seine Vorgänger, öffentlich für die Vereinten Nationen ein. Seinen letzten und vielleicht bedeutendsten Posten trat er 1989 als Botschafter in Bonn an, wo er den Fall der Mauer und die schnelle deutsche Wiedervereinigung früher kommen sah als viele Regierungen und aktiv an den Verhandlungen zum Zwei-plus-Vier-Vertrag mitwirkte. Privat blieb der gläubige Katholik zeitlebens unverheiratet und ohne bekannte Beziehung, treu blieb ihm nur seine Vorliebe für Schokolade. Er starb 2002 in Florida und wurde auf dem Nationalfriedhof Arlington beigesetzt.
Derselbe Mann war 1972 bis 1976 stellvertretender CIA-Direktor und stand 1989 bis 1991 als Botschafter in Bonn, als sich Deutschland wiedervereinigte.
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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
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