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Stillgelegt, abgerissen – und Jahrzehnte später wieder da
Die Waverley Line verbindet Edinburgh mit Carlisle durch die Scottish Borders und entstand zwischen 1849 und 1862 aus mehreren Teilstrecken, die die North British Railway zusammenführte. Benannt nach Walter Scotts Roman, diente sie lange sowohl dem Personen- als auch dem Güterverkehr, vor allem der Textilindustrie in Hawick und Galashiels sowie dem Transport von Vieh und Kohle. Wirtschaftlich blieb sie stets im Schatten der Ost- und Westküstenstrecken, weil sie durch schwieriges Hügelland führte und lange keinen durchgehenden Anschluss nach Süden hatte; erst mit der Settle-Carlisle-Linie ab 1875 nahm der Fernverkehr spürbar zu. In beiden Weltkriegen spielte sie eine wichtige Rolle für Militärtransporte, etwa zu einem Truppenlager und einer Munitionsfabrik.
Ab den 1950er Jahren geriet die Strecke wegen wachsender Verluste und der Verlagerung von Fracht und Fahrgästen auf die Straße unter Druck, und im Zuge der als Beeching Axe bekannten Streckenkürzungen wurde ihre komplette Stilllegung vorgeschlagen. Dagegen regte sich in den Borders erbitterter, jahrelanger Widerstand mit Petitionen, Parlamentsdebatten und sogar einer Blockade der Gleise, doch alle Proteste konnten die Schließung am 6. Januar 1969 nicht verhindern. Damit verlor eine ganze Region ihren Bahnanschluss, Gleise und viele Bahnhofsgebäude wurden in den Folgejahren abgebaut, manche Trassen zu Rad- und Fußwegen umgewidmet. Die Erinnerung an die Stilllegung blieb lebendig, und Initiativen für einen Wiederaufbau ließen nie ganz nach.
2006 beschloss das schottische Parlament schließlich den Wiederaufbau des Nordabschnitts bis Tweedbank als Borders Railway, ein Projekt, das sich stark verteuerte und erst 2015 eröffnet wurde, dafür aber die Nachfrageerwartungen deutlich übertraf. Die neue, größtenteils eingleisige Strecke leidet allerdings unter Pünktlichkeitsproblemen und beengten Ausweichabschnitten, was Kritiker als kurzsichtige Planung werten. Pläne für eine Verlängerung bis Carlisle oder wenigstens eine Machbarkeitsstudie dazu verzögern sich seit Jahren immer wieder, während seit 2025 zumindest eine teilweise Elektrifizierung mit Batteriezügen vorbereitet wird. Südlich von Hawick erinnert zudem ein von Eisenbahnfreunden betriebenes kleines Museumsbahnstück bei Whitrope an die einstige Gesamtstrecke.
Den Namen hat die Strecke von Walter Scotts Roman „Waverley“ – und die Wiedereröffnung 2015 nahm Königin Elisabeth II. persönlich vor.
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Der Artikel stammt aus der Wikipedia und steht unter CC BY-SA 4.0. Die Einleitung oben ist unsere eigene.
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